Sonnenbrand und Mückenstiche

Einige haben sich bestimmt schon gewundert, warum ich mich so lange nicht melde. Nein, ich bin nicht untergetaucht und mit der russischen Mafia durchgebrannt! 10 Tage lang durfte ich mit anderen AFS-SchülerInnen durch Russland gondeln. Die Reise habe ich beim Wettbewerb “My Vision of Russia 2013” gewonnen. Jeder von uns präsentierte in Form von Bildern, Texten oder Videos sein Leben in Russland, seine Eindrücke vom Land und dessen Kultur. Die 15 glücklichen Gewinner durften gemeinsam in den Süden fahren- nach Volgograd und Astrachan.

Unsere Truppe vor der Mutter-Heimat-Statue         (Родина-мать) in Wolgograd

Unsere Truppe vor der Mutter-Heimat-Statue (Родина-мать) in Wolgograd

Los ging unser Trip am “Tag des Sieges” (9.Mai). Nach 21 Stunden Zugfahrt, mittlerweile hab ich mich übrigens an diese Monster-Trips gewöhnt, kamen wir am folgenden Tag in Wolgograd an und wurden gleich von unseren Gastfamilien empfangen. In den nächsten Tagen wurden uns die schönsten Seiten der Stadt an der Wolga gezeigt. Gefallen hat es mir dort wahnsinnig gut, ich kam mir vor wie in Italien: heiß, die Wolga (die so breit ist, dass sie ein Meer sein könnte) und die ganzen Italienerinnen in unserer Gruppe. 😀

Baden im See Baskuntschak

Baden im See Baskuntschak

Eine Exkursion führte uns überhaupt zum Salzsee Baskuntschak. Insgesamt 8 Stunden Busfahrt, nur um einen See zu sehen.. am Ende hat sich’s doch ausgezahlt. 😀 Zwar war ich noch nie am Toten Meer, aber genau so muss sich das Baden dort anfühlen. Du schmeißt dich einfach ins Wasser und tust genau nichts. Denn durch den hohen Salzgehalt des Wassers schwimmt man einfach an der Oberfläche. Das war so ein geniales Gefühl! (:

Nach einem wunderschönen Wochenende ging’s mit dem Nachtzug schon weiter nach Astrachan an der Wolga. Logischerweise haben wir diesmal im Zug fast nicht geschlafen, schließlich fuhren wir alle gemeinsam. Doch die Astrachaner hatten kein Erbarmen mit uns- kaum angekommen (6:00 morgens!) durften wir zwar kurz mit unseren Gastfamilien “nach Hause”, mehr als Waschen (war dringend nötig 😛 ) und Essen ging sich aber nicht aus. Schon am ersten Tag wurde uns während einer 3-stuendigen Bustour die ganze Stadt gezeigt. Anschließend wurden wir in einer der Schulen traditionell mit Musik, Tanz, Brot und Salz empfangen. Was mir besonders gut gefiel war, dass uns die SchülerInnen der Schule nach dem Mittagessen die vielen verschieden Kulturen und Völker, welche in Astrachan leben, vorstellten. In Russland ist Rassismus leider sehr stark verbreitet, vor allem in der Umgebung rund um Moskau bekomm ich viel mit. Aus diesem Grund fand ich es total schön, demonstriert zu bekommen, wie friedlich man miteinander leben kann.

Tanz der Kasachen (:

Tanz der Kasachen (:

In Astrachan wurden wir mit Informationen regelrecht erdrückt, jeden Tag besuchten wir 2-3 Museen. Außerdem stellten wir unsere eigenen Länder bei einem Jugendforum vor und hatten Tanzkurs, um beim Abschlussball des AFS-Lagers glänzen zu können. Auch Astrachan ist eine wunderschöne Stadt, es gibt so viele alte, aber hübsche Gebäude. Manchmal fühlte ich mich wie im Märchen. (: Die 10 Tage vergingen natürlich wie im Flug, am Samstag hieß es dann Abschied nehmen. Es fiel uns allen ziemlich schwer, viele Tränen sind geflossen.. Uns wurde einfach bewusst, dass es in 6 Wochen wirklich ernst wird und sich unsere Wege vielleicht für immer trennen werden.

Im Gesamten war dies die beste Reise während meines Aufenthalts hier. Ich wollte gar nicht mehr zurück. Am liebsten wäre ich am Bahnhof in Moskau einfach in einen anderen Zug gestiegen und wieder weggefahren, um noch mehr von der Schönheit Russlands zu sehen. Der bittere Beigeschmack: Als “Souvenir” durften wir alle mindestens 20 Mückenstiche und starke Sonnenbrände mit nach Hause nehmen- schließlich war keiner mehr die Sonne gewöhnt. Vor allem in Astrachan war’s richtig heiß, vermutlich bis zu 40 Grad. Laut den Leuten dort war das noch nichts, im Sommer gibt’s sogar mal 60! Kann man da überhaupt leben?? Vielleicht wäre das ja ein Grund, wieder zu kommen- um dies zu testen! 😀

Ganz liebe Grüße aus dem Sommer,

Anja