In Which We Say Goodbye

Der erste Schultag, Thanksgiving, Weihnachten, Neujahr… Ich kann mich noch genau an diesen heißen Augusttag erinnern, an dem mir all das eine Ewigkeit entfernt vorkam. Dinge, auf die ich mich gefreut habe. Dinge, auf die ich nicht warten wollte. Und dann wacht man eines Tages auf und bemerkt, dass alles hinter einem liegt. Man realisiert dass man mehr Gestern als Morgen auf dem Konto hat, und das ist… Ein eigenartiges Gefühl.

Letztes Gruppenbild mit meiner Tanzklasse

Letztes Gruppenbild mit meiner Tanzklasse

Die letzte Schulwoche vor den Weihnachtsferien war wirklich traurig, denn ich musste mich schon von all meinen Lehrern und den meisten Mitschülern verabschieden. Ich muss wirklich zugeben, ich hätte nicht gedacht dass mir der Abschied so schwer fällt, denn meine Schule hier war nicht gerade atemberaubend. Trotzdem haben mich diese letzen Tage in der Schule einige Tränen gekostet.

Warum feiert man eigentlich Weihnachten?

Dann kam Weihnachten – in den USA noch viel mehr Konsumfest als in Österreich. Während meiner Zeit hier ist mir generell aufgefallen, dass Österreich ein relativ konservatives Land im Vergleich zu den USA ist. Nicht in jeder Hinsicht natürlich. Aber vor allem Weihnachten hat mich ein wenig schockiert, denn keiner wusste, warum man denn eigentlich Weihnachten feiert. Ich musste den meisten Leuten ein wenig auf die Sprünge helfen. Das finde ich schon traurig. So viele Leute sagen, sie haben keine Religion und man sollte Religionsfeiertage auch nicht frei bekommen, aber Weihnachten scheint nicht wirklich zu zählen. Naja, ich habe jedenfalls meine Gastfamilie „gezwungen“ mit mir am Weihnachtsabend in eine Messe zu gehen – egal welche Konfession, hauptsache Kirche. Wenn ihr jetzt glaubt, ich bin super katholisch oder so, nein, bin ich definitiv nicht, aber Weihnachten ist wirklich der einzige Tag, an dem ich in die Kirche möchte. Im Endeffekt hat es meiner Familie ja dann auch sehr gut gefallen. Vor allem die Musik. Zu meiner Überrraschung waren es hauptsächlich deutsche Lieder wie wir sie kennen. Nur ins Englische übersetzt. Auch das altbekannte Tiroler Volkslied „Es wird scho glei Dumpa“ war dabei. Bei diesem Lied ist die Übersetzung allerdings nicht sehr authentisch gewesen.

Typisch USA - die Socken über dem Kamin

Typisch USA – die Socken über dem Kamin

Am Weihnachtsmorgen wurde ich von meiner Gastschwester in aller Herrgottsfrühe aus den Federn gerüttelt. Santa war hier!! Milch und Cookies waren verschwunden und stattdessen lag ein Haufen Geschenke unter dem Christbaum. Aber vorher mussten wir noch die Familientraditionellen Weihnachtsfilme anschauen. Für meine amerikanische Familie ist das „Elf“. Wirklich süß und empfehlenswert. Für meine Familie in Österreich ist das „Die Muppets Weihnachtgeschichte“. Ebenfalls empfehlenswert. Sehr zu meiner Freude und Überraschung hatten sie auch meinen Österreichischen Film aufgetrieben und so haben wir uns beide angesehen. Dann wurden Geschenke ausgepackt. Ich muss sagen, meine Ausbeute war nicht schlecht 😉 Und sie wurde sogar noch besser als es dann am Abend zur Oma ging, wo sich die ganze Familie auf ein Weihnachtsessen und eine zweite Runde Geschenke traf. Leider musste ich mich auch an diesem Abend schon von einigen Familienmitgliedern verabschieden. 🙁

Happy New Year

Neujahr ist mein liebster Tag im Jahr. Ich weiß nicht warum, aber es ist einfach so. Dieses Silvester war ein wenig anders als ich es gewohnt bin, aber es war trotzdem schön. Ich muss allerdings zugeben, dass das wirklich der einzige Tag in meiner Zeit hier war, an dem ich Heimweh hatte.

Ich vor den Düsen der Saturn 5 Rakete - das ganze Ding liegt übrigens!

Ich vor den Düsen der Saturn 5 Rakete – das ganze Ding liegt übrigens!

Am 31. Dezember bin ich mit meiner Gastmutter ins Johnson Space Center gefahren – oder wie es wohl besser bekannt ist, NASA. Das war wirklich sehr beeindruckend. Ich weiß ja nicht, wer hier schon einmal eine Saturn 5 Rakete gesehen hat, aber meine Güte, das ist ein Koloss… Meine Meinung – für das was man rauf schießt, kommt seeeehr wenig wieder runter!

Später am Abend bin ich mit meinen Gasteltern essen gegangen, da meine Schwester ihren Freund auf Besuch hatte und „mit ihm allein sein wollte“. Das war wirklich schön für mich, denn Silvester ist für mich keine Partynacht, sondern ein Familienfest. Jedenfalls haben wir uns noch den Balldrop am Timessquare angesehen und zum Wiener Walzer getanzt.

Last Days

Mit Silvester waren dann auch schon meine letzen Tage in den USA angebrochen, denn ich fliege am 9. Jänner wieder nach Hause. Eigentlich sage ich das nicht gerne. „Nach Hause“. Denn ich fliege nicht „nach Hause“: Ich habe jetzt zwei „Zuhause“. Einen Wohnsitz in Houston, und einen in Aldrans. Es fühlt sich ein wenig so an, als würde ich wieder auf einen Austausch gehen. Nur dass ich meine Familie bereits kenne. Und dass ich nicht in 5 Monaten wieder kommen werde. Die letzten Tage verbringe ich mit last minute Mitbringsel shopping und das warme Wetter genießen, bevor es wieder zurück ins kalte Österreich geht. Ich kann wirklich sagen dass diese 5 Monate die Zeit meines Lebens waren, und ich es sehr empfehlen kann. Sollte jemand noch zögern – hört auf damit und tut es!! Es ist es wert.

Ich habe allerdings wirklich große Angst vor dem 9. denn ich weiß genau, dass wir alle sehr emotional sein werden. Es ist eigenartig wenn man so drüber nachdenkt. Von einem Tag auf den anderen wird man wieder in sein altes Leben zurückgeworfen als wäre nichts gewesen. Ich bin gespannt, wie das wohl funktionieren wird.

Jedenfalls wollte ich mich auch von meinen Lesern hier verabschieden, denn dies wird mein (vorraussichtlich) letzter Eintrag sein. Auch möchte ich mich bedanken, wenn ihr wirklich alles über meine Erlebnisse hier in den USA gelesen habt, und hoffe, ich konnte euch dieses wunderbare Land ein wenig näherbringen.

In diesen Sinne,

Goodbye,

Teresa

Ein Gedanke zu „In Which We Say Goodbye

  1. Hej Teresa!
    All deine Beiträge waren echt mega interessant und vor allem dieser gefällt mir besonders gut 🙂 Ich hoff du hast den Abschied gut überstanden (nein warte ist der 9. bei dir schon vorbei?! Ich habs nicht so mit der Zeitumstellung :D) und findest schnell wieder Anschluss in Österreich! Es hört sich so an als hättest du deine Zeit in den USA definitiv genossen und jede mögliche Chance ergriffen!
    Ich freu mich darauf, dich wieder zu sehen und wünsche dir bis dahin das allerbeste!
    Alles alles Liebe aus China,
    Catherine

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