Gastfamilienwechsel mal 4

Es waren noch nicht allzu viele Wochen ins Land gezogen gewesen, seit ich nach Japan gekommen war, als meine Gastfamilie mir mitteilte, dass ich im Februar und März die Familie wechseln müsste. Nicht für immer – nur so lange, bis meine Gastfamilie von ihrem Finnlandaufenthalt zurückkehrt. Der Gedanke gefiel mir nicht, aber da Februar damals noch unendlich weit weg schien, schob ich ihn beiseite.
Nun aber ist es soweit: Am Sonntag, dem 16. Februar, bin ich zu meiner Freundin Kaho gezogen, bei der ich nun eine Woche wohnen werde, ehe ich bei meiner Freundin Yuki untergebracht werde. Nach fünf Tagen werde ich dann von Yuki zu Kanajiriki-san wechseln, von wo aus ich nach zehn Tagen zu einer meiner ersten japanischen Freundinnen Mio ziehen werde.

 

Vorbereitungen …

 

Wer genau gelesen hat oder sich an meine ersten Beiträge erinnert, wird vielleicht eines bemerkt haben: Kaho, Yuki und Mio nenne ich nur beim Vornamen, für Kanajiriki-san jedoch verwende ich das höfliche Namensanhängsel –san. (ca. Herr/Frau/Fräulein). Das liegt daran, dass ich diese Familie nicht kenne. Die Tochter der Kanajirikis geht in die dritte Klasse (12. Schulstufe) und hat, wie alle Drittklässler an meiner Schule, keinen Unterricht mehr, um genug Zeit zum Lernen für die Universitätsaufnahmeprüfungen zu haben. (Die an japanischen Schulen allgegenwärtig und deswegen und aufgrund ihres offenbar enormen Schwierigkeitsgrades alles andere als stressabbauend sind).

Ich habe einmal ein paar Sätze mit ihr gewechselt, nachdem ich erfahren hatte, dass ich bei ihr wohnen werde, daher weiß ich, dass sie mich wohl aufnimmt, um Englisch reden zu können. Sie würde nämlich gern in den USA studieren. Das kann ja was werden, dabei will ich doch so viel wie möglich Japanisch sprechen.
Ich denke, ihr habt bemerkt, dass ich meinem Aufenthalt bei Kanajiriki-san nicht unbedingt entgegenfiebere. Ich hab vielmehr ein wenig Angst davor, um ehrlich zu sein. (–;)
Aber ich denke, es wird nicht so schlimm werden. Ich bin ein eher komplizierter und vor allem sehr langsamer Mensch, deswegen habe ich mir ziemliche Sorgen gemacht, obwohl Kaho, Yuki und Mio ja meine Freundinnen sind. Ich denke aber auch, dass es eine gute Erfahrung sein wird. Ich kann andere Lebensstile kennenlernen, viel Japanisch reden und natürlich die Beziehung zu meinen Freundinnen vertiefen.

 

Da ich es schon hasse, irgendwo zu übernachten, ist es natürlich schwer für mich, einen ganzen Monat lang irgendwo Gast zu sein, ohne Gelegenheit, mich wirklich einzuleben oder wie zuhause zu fühlen. Dass ich aber trotzdem alles so (verhältnismäßig) gut hinkriege und mich auch wohlfühle, trotz gelegentlichem Heimweh nach meiner österreichischen und meiner japanischen Familie, sehe ich persönlich als ziemlichen Fortschritt.

 

Gastgeschenke

Am Samstag vor meinem ersten Familienwechsel bin ich alleine mit dem Zug nach Umeda gefahren, wo ich Stunden damit verbracht habe, Süßigkeiten, die man auch in einem Monat noch essen kann, und etwas für die kleinen Geschwister von Yuki und Mio als Gastgeschenke zu suchen.
Der Bahnhof in Umeda ist sehr groß, und der Einkaufsbereich geradezu riesig. Der Hankyu Department Store, wo ich die Süßigkeiten gekauft habe, umfasst 13 Stockwerke, und die sind nicht gerade klein. Aber auch der restliche Einkaufsbereich erstreckt sich, teils unterirdisch, sehr weitläufig. Vor wenigen Wochen war ich mit meiner italienischen Freundin Sofia und Hanai-san, einer Freiwilligen von AFS, auf einer Art Konzert. Hanai-sans Tochter und ihre Band haben dort gespielt, ebenso wie einige andere, ziemlich unbekannte Rock-Musiker. (Sofia liebt Rock). Ich sage deswegen “eine Art” Konzert, weil das Ganze in einem kleinen, eher versteckten Konzertraum stattfand und sich die Besucheranzahl auf schätzungsweise 30 Personen begrenzte. Es war allerdings wirklich cool, denn auf einem Konzert eines Megastars kann man nicht mit dem Musiker scherzen und man wird wohl auch kaum dem/der Musiker/in persönlich eine CD abkaufen, wofür man ein überglückliches Gesicht, Dankesworte und eine Signierung erhält.

Jedenfalls waren Sofia und ich am Bahnhof mit Hanai-san verabredet, um dann gemeinsam zum Konzert zu gehen. Wir haben uns aber schon früher getroffen, weil wir Abschiedsgeschenke für unsere Freunde, die am 08. Februar in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind, kaufen wollten. Wir waren auf der Suche nach dem Kiddy Land, ein Bereich voller niedlicher und in Japan populärer Dinge wie Snoopy, Hello Kitty, Miffy, Rilakkuma und vieles mehr. Wir waren schon einmal mit unseren kurz vor der Heimreise stehenden Freundinnen dort, und nun suchten wir allein den Weg dorthin.

Gefunden haben wir ihn allerdings nicht. Nachdem wir in der völlig falschen Richtung zu suchen begonnen hatten, haben wir uns die richtige Richtung erfragt, es aber nicht ganz verstanden, sind umhergeirrt, haben das Bahnhofsgebäude verlassen, sind wieder zurück, haben uns ein Stück weitergefragt und uns dann an einem Infoschalter erkundigt, wo wir allerdings eine falsche Information erhalten haben, sind schließlich irgendwo gelandet und haben bei einem Blick auf die Uhr festgestellt, dass wir schon zu spät sind. So schnell es ging eilten wir also zurück zum vereinbarten Treffpunkt – was nicht gerade schnell war, denn wir hatten keine Ahnung, wo wir uns befanden. Mit Hanai-san telefonierend liefen wir also einfach irgendwo umher, stets bemüht, den Weg zu gehen, den wir gekommen waren, bis wir irgendwann plötzlich an einem uns bekannten Ort waren und endlich Hanai-san fanden.

Diese lange, in Maßen interessante Geschichte sagt uns zumindest drei Dinge:

  1. Ich bin tatsächlich doof genug, um mich in einem Bahnhof zu verlaufen.
  2. Man kann selbst von Angestellten an einem Infoschalter in die Irre geführt werden (wir haben es später natürlich erneut versucht und erfahren, dass wir die Rolltreppe nach unten statt nach oben hätten nehmen müssen. Wie wir das erfahren haben? Am selben Infoschalter)
  3. Und das wollte ich eigentlich sagen: Wer den Einkaufsbereich des Bahnhofs Umeda als “klein” bezeichnet, war entweder noch nie dort oder leidet an Wahrnehmungsstörungen.

Wie auch immer, ich habe am Samstag alle Gastgeschenke gekauft und bin mit schwerem Rucksack und mit Einkaufstüten beladen nach Hause zurückgekehrt, wo ich dann meinen Koffer gepackt habe. Schon seltsam, diesen Koffer zu packen, der seit mehr als fünf Monaten sicher verstaut war und den man das letzte Mal gepackt hat, als man noch in seinem Heimatland war. Das nächste Mal werde ich ihn wohl packen müssen, wenn ich genau dorthin zurückkehre. Was hoffentlich noch laaaange dauern wird. Würde man mich fragen, ob ich Tipps für zukünftige Austauschschüler/innen hätte, würde ich auf jeden Fall eines sagen: Wenn ihr könnt, dann geht für ein ganzes Jahr. In Österreich mag ein Jahr wie eine Ewigkeit erscheinen – auf Austausch aber vergeht die Zeit anders. Ich wünschte wirklich, ich könnte noch ein Jahr verlängern. Oder wenigstens ein halbes. So lange bin ich ja jetzt schon hier: ein halbes Jahr. Vollkommen unfassbar.

 

Gastfamilie Nummer 1

Am Sonntagmorgen wurde ich von Kahos Eltern abgeholt – Kaho selbst hatte Klub. Zu diesem Anlass hat mich meine Gastmutter zum ersten Mal überhaupt umarmt und sie hatte definitiv Tränen in den Augen. Das hat mich irgendwie gerührt.

Kahos Eltern sind wirklich wahnsinnig nett. Ihr Vater wirkt nicht sonderlich gesprächig, macht aber einen sehr freundlichen Eindruck. Ihre Mutter lächelt immer und ich habe sie sehr gerne. Und Kaho selbst mag ich natürlich am allermeisten (; Unserer Freundschaft wird mein Aufenthalt bei ihr gut tun, denke ich – schon nach dem ersten halben Tag mochte ich sie um einiges mehr als zuvor. Da wir uns außerhalb der Schule nie sehen, hatten wir ja nicht so viel Gelegenheit, uns zu unterhalten und richtig gut kennenzulernen, auch wenn wir in der Schule immer zusammen Mittag essen.

Weil die Mittelschüler/innen jetzt Aufnahmetests für die Oberschulen schreiben, haben die Oberschüler/innen frei. Am Mittwoch hatten wir nur vier Stunden Unterricht, bis Mittag, und danach war noch Schule Putzen angesagt. Anschließend sind Yuki und Mio mit zu Kaho nachhause gekommen. Nach dem Mittagessen sind wir einkaufen gegangen, denn wir wollten gemeinsam Abendessen kochen. Bis dahin haben wir uns Fotobücher von Kahos Volks- und Mittelschulzeit angesehen, Kekse in Form von antikem Geld gegessen und natürlich jede Menge gequatscht. Naja, zumindest die anderen. Ich verstehe kaum, was sie miteinander reden. Aber sie haben mir immer wieder etwas erklärt und manches habe ich auch verstanden.

Wir beim Nabe Essen ( =

Wir beim Nabe Essen ( =

So haben wir uns zum Beispiel über einen koreanischen Sänger unterhalten – oder besser gesagt darüber, wie sehr er einem Jungen in unserer Klasse ähnelt – darüber, wie schwer wir bei unserer Geburt waren (ich habe allerdings keine Ahnung), über unsere Mitschüler, unsere Lehrer und so weiter. Und über Nabe: Das haben wir dann nämlich gekocht. Nabe ist ein recht einfaches Gericht. Man schneidet Gemüse und Fleisch, erhitzt eine an Suppe erinnernde Flüssigkeit aus dem Beutel und kocht (glaube ich) die Zutaten darin. Man kann natürlich auch Nudeln hinzufügen, wenn man will. Das ist auch schon alles, die Schüssel stellt man dann auf den Tisch und jeder füllt sich dann seine kleine Schüssel selbst – so oft man eben möchte. Es war das erste Mal, dass ich Nabe gegessen habe, und ich muss sagen, es ist sehr lecker. ( =

Zum Schluss haben wir noch gemeinsam WII gespielt, ehe Kaho und ich Mio und Yuki zum Bahnhof begleitet haben. Sie meinten zwar, ich solle daheim bleiben, aber ich wollte mitkommen. Nein, nein, sie hassen mich nicht, aber da seit über einem Monat mein rechter Fuß schmerzt und es Montag vor zwei Wochen wirklich schmerzhaft geworden ist, bin ich an jenem Mittwoch nach der ersten Unterrichtsstunde ins Krankenhaus. (Nicht, weil es ein Notfall gewesen wäre, aber anscheinend geht man hier in so einem Fall lieber gleich ins Krankenhaus. Wobei mich das ohnehin mehr an eine große Arztpraxis erinnert hat). Diagnose: Muskelentzündung.

Naja, beim „Muskel“ bin ich mir nicht so sicher, aber es ist definitiv eine Entzündung, das weiß ich dank meines elektronischen Wörterbuchs (das hat hier fast jede/r Oberschüler/in). Zwei bis drei Wochen darf ich nun keinen Sport machen und muss jeden Tag ein shippu verwenden. Was das denn nun wieder ist? Es sieht aus wie ein sehr, sehr großes Pflaster, das entweder kühlt oder wärmt, das bei schmerzenden Muskeln verwendet wird. Wunderbar, wenn man Nackenschmerzen hat, das könnt ihr mir glauben. Auch wenn es manchmal wirklich kalt ist.

Am Donnerstag, dem ersten unserer zwei freien Tage, sind Kaho, ihre Mutter und ich einkaufen gegangen. Das war echt lustig, und Kahos Mutter ist einfach wahnsinnig nett. Kaho natürlich auch – sie ist ein richtiges liebes Mädchen und ich mag sie total. Sie wären wirklich eine wunderbare Gastfamilie, finde ich. ( = Kahos Mutter hat mir schon mehrmals gesagt, dass ich jetzt genau wie Kaho ihre Tochter sei, und sie behandelt uns auch tatsächlich gleich. Sie ist einfach total lieb und freundlich, ich fühle mich bei ihr wirklich wohl.

Namachoco

Donnerstagabend haben Kaho und ich dann noch namachoco gemacht, Schokolade in kochendem Schlagobers (oder zumindest etwas Ähnlichem) geschmolzen und nach dem Abkühlen in Kakaopulver gerollt. Mio hat zum Valentinstag namachoco gemacht, und es war wirklich wahnsinnig lecker. Ich hätte alles aufessen können^^ Ich habe mich natürlich bei Mio bedankt und ihr versichert, dass es total lecker war, woraufhin sie mir das Rezept gegeben hat – auf Japanisch und Englisch. Sie meinte, es sei total einfach, und auch das Rezept wirkte leicht zu machen.

unsere namachoco^^

unsere namachoco^^

Irgendetwas haben wir aber falsch gemacht, denn die Schokolade ist nicht richtig geschmolzen. Mit Tipps aus dem Internet haben wir sie dann doch noch einigermaßen zum Schmelzen gebracht, und auch wenn diese weiche Süßigkeit nach dem Abkühlen schwer zu schneiden war und wir es generell nicht wirklich hingekriegt haben, ist das Ergebnis lecker. Nicht so gut wie Mios namachoco, aber lecker. Ich frage mich, wie Mio das gemacht hat. o.o

Nudelsuppenmuseum

Ja ja, richtig gelesen. Heute, am Freitag, waren Kaho und ich im Chikin-Ramen-Museum. Chikin-Ramen? Das ist die japanische Version von „Chicken Ramen“, wobei Ramen der Name einer aus China stammenden Art von Nudelsuppe ist. Einfach gesagt handelt es sich bei Chikin-Ramen um Fertignudelsuppe im Becher. Man muss nur heißes Wasser einfüllen, drei Minuten warten und schon kann man seine Nudelsuppe schlürfen. Ja, schlürfen. Es ist schwer, Nudeln dieser Länge mit Stäbchen zu essen, also schlürft man die Nudeln einfach. Ich kann das allerdings nicht, darum habe ich meine eigene Methode gefunden. Erklären kann ich diese nicht, aber eines kann ich euch versichern: Schnell essen ist auf die Art unmöglich.

Im Chikin-Ramen-Museum gibt es selbstverständlich einen Bereich zur Geschichte von Chikin-Ramen, sonst wäre es ja kein Museum. Dieser ist kindgerecht gemacht und kurz und deswegen interessant. An einer Wand und Decke dieses Bereichs befindet sich eine Zeittafel mit allen je bei Nissin erhältlich gewesenen Instant-Nudelsuppenprodukten. Naja, zumindest glaube ich dass, da mein Japanisch extrem stark zu wünschen übrig lässt, kann ich für nichts garantieren. Kaho und ich haben uns auch einen Zeichentrickfilm (wie gesagt, es ist kindgerecht) angesehen, der die Geschichte der Entstehung von Chikin-Ramen und zeigt und auch das heutige Produktionsverfahren – interessanterweise aus der Sicht einer Portion Nudelsuppe.^^

My Cup Noodles

Das Beste am Chikin-Ramen-Museum aber ist, dass man sich seine eigenen Cup Noodles machen kann. Dazu kauft man sich an einem Automaten um 300 Yen (derzeit ca. 2,15 Euro) einen leeren Becher, den man anschließend bemalt. Dann kommen die Nudeln in den Becher und die Angestellten fügen deine Wunschzutaten dazu – man kann aus vier verschiedenen Suppenarten und aus zwölf Zutaten auswählen. In meinem Fall Curry-Basis mit Schweinefleischstückchen, Käse, Ei und etwas, das als „Knoblauch-Chips“ beschriftet war. Mir ist jetzt beim Schreiben gerade erst eingefallen, dass ich keinen Knoblauch mag. Haha 😀

Unsere Cup Noodles ^.^

Unsere Cup Noodles ^.^

Der Becher wird anschließend mit einem Deckel versehen und mit Plastikfolie umwickelt. Der Becher wird dann auf ein kurzes Fließband gelegt, dass durch ein Gerät führt, in dem es heiß ist, denn durch die Hitze schrumpft die Folie und passt sich dem Becher an. So also funktionieren diese Verpackungen! (; Zum Schluss legt man seinen persönlichen Cup Noodle Becher dann noch in eine Art Plastiktüte, in deren doppelten Wände man Luft pumpt, wodurch der Becher fixiert wird. Diese Tüte versieht man dann noch mit einer Schnur, damit man sie sich umhängen kann. Fertig!

Chikin-Ramen selbstgemacht

Das ist aber noch nicht alles. Wer reserviert – und das haben wir – kann auch sein eigenes Chikin-Ramen machen. Das war wirklich lustig ( = Selbstverständlich muss jeder eine Schürze und ein Kopftuch tragen, dann werden erst mal die Hände gewaschen und mit Alkohol desinfiziert. Anschließend macht man sich zu zweit an die Arbeit, ein/e Mitarbeiter/in hilft dabei. Zuerst hieß es, wie Mehl aussehendes, fertig abgewogenes Pulver und eine ebenfalls abgemessene Flüssigkeit in eine große Schüssel geben und mischen, später kneten. Was genau sich in dem Pulver und der Flüssigkeit befand, wurde uns zwar gesagt, aber das habe ich natürlich nicht verstanden.

Der Teig wird mit einem Holzstab (nein, man kann es nicht als Nudelholz bezeichnen, aber es war so ähnlich) platt gedrückt (nicht gerollt), dann dreht man ihn durch ein Gerät, das ihn dünn rollt. Zehn Mal. Anschließend formt man unter Anleitung des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin einen schönen, rechteckigen Teig, den man in Plastik einpackt und dem/der Mitarbeiter/in übergibt. Eventuell wurde der Teig gekühlt, ich weiß es nicht, auf alle Fälle haben wir in der Zwischenzeit die spätere Verpackung beschriftet und bemalt. Dann haben wir erneut den Teig durch das Gerät gedreht, bis er sehr, sehr lang und 0,7 Millimeter dick war. Zuletzt drehten wir ihn dann durch jenen Teil des Geräts, der Nudeln daraus macht, und schnitten diese mit der Schere zurecht. Die Nudeln wogen wir ab und gaben je 100 Gramm in eine kleine Metallschüssel. Ach ja, jeder Teilnehmer hatte eine Nummer – und jede dieser Schüsseln etc. ebenfalls, damit man am Schluss auch wirklich die Nudeln bekommt, die man selbst gemacht hat.

Die Behälter übergaben wir wieder den Mitarbeiter/innen und bemalten weiter die Verpackung. Dann wurden die Nudeln erhitzt und wir mussten sie schnell mit der Hand…ähm, ich sage mal umrühren, damit sie nicht aneinander kleben. Die Nudeln haben wir dann in eine Herzform (normalerweise ist es ja ein Kreis, aber da Februar ist, der Monat des Valentinstags, ist unser Chikin-Ramen herzförmig) gefüllt, in der die Nudeln anschließend frittiert wurden. Naja, ob sie wirklich frittiert wurden, weiß ich nicht, aber zumindest wurden sie in eine heiße Flüssigkeit gegeben, die daraufhin zu sprudeln begann, und waren danach herzförmig, knusprig und braun. Dieses Nudelherz wurde dann noch in unsere selbtverzierte Verpackung gegeben, die ein Mitarbeiter mithilfe irgendeines Geräts verschloss. Das Ganze dauerte etwa eineinhalb Stunden und war wirklich lustig ( = Ich bin schon gespannt, wie das schmeckt^^

selbstgemachtes Chikin-Ramen \^.^/

selbstgemachtes Chikin-Ramen \^.^/

Als Geschenk durften wir die Kopftücher, auf denen das Maskottchen des Museums, ein Küken, dessen Namen ich mir leider nicht merken kann, abgebildet ist, behalten und bekamen außerdem zusätzlich zu unserem selbstgemachten Chikin-Ramen eine Packung normales Chikin-Ramen. Und das alles für 500 Yen pro Person – momentan ca. 3,55 Euro. Nicht unbedingt teuer, oder?

Morgen werden Kaho und ich wohl mit dem Zug nach Umeda fahren, zu einem Laden namens „Sweets Paradise“. Dabei handelt es sich um eine all-you-can-eat Restaurantkette, die natürlich jede Menge Süßes verkauft, aber auch andere Dinge wie Spaghetti und Suppe. Genaueres werde ich euch beim nächsten Mal erzählen, wenn es euch denn interessiert ( = Wobei, vermutlich werde ich es auch tun, wenn es euch nicht interessiert 😀

Am Sonntag werde ich dann zu Yuki umziehen. Schade, ich bliebe gern hier bei Kaho 🙁 Aber vielleicht ist Yukis Familie ja genauso nett – so viel unternehmen wie mit Kaho werden wir allerdings nicht können, denn in der folgenden Woche haben wir Tests und müssen dementsprechend lernen. Naja, Yuki zumindest, da ich keine Noten bekommen und nur dieses eine Jahr Austauschschülerin hier bin, sehe ich das etwas lockerer. Ich lerne, ja, aber bei Weitem nicht so viel, wie ich es für eine Schularbeit in Österreich tun würde. Nun ja, ich melde mich dann später wieder – falls ich denn Zeit finde – um euch von den anderen drei Familien, die so nett sind, mich für eine Weile aufzunehmen, zu erzählen. Bis dann! ( =

Eva

2 Gedanken zu „Gastfamilienwechsel mal 4

  1. hallooo, eva 🙂

    das klingt ja super-duper! 🙂 ich liebe deinen schreibstil einfach, ich musste pro absatz mindestens einmal grinsen 😀

    das mit dem gastfamilienwechsel klingt zwar anstrengend, aber wenn es deine freundschaft mit den mädchen (und deine persönlichen anpassungs- skills 😉 ) verbessert, ist es gut! 🙂

    ich weiß eigentlich nicht viel mehr zu kommentieren, außer dass alles spannend klingt, und soo fremd! verglichen mit österreich und südafrika ist japan eine total andere welt (aber wir wissen ja, dass man nicht vergleichen soll, ne)! 🙂
    deine gefühle bezüglich der heimreise verstehe ich! ich bin auch so ein langsamer gewohnheitsmensch, und mit der heimreise sind viiiele probleme verbunden, das seh ich schon… ich kauf mir jetzt schon mal schmerztabletten, denn ich werd sicher krank, wenn’s dann an die heimreise geht 😛

    alles liebe aus dem südlichen afrika 🙂
    susanne ♥

  2. Susiiii!^.^
    Puh, tut mir leid, dass ich jetzt erst antworten kann! Schon stressig, so ein vierfacher Familienwechsel o.o

    Echt? Du magst meinen Schreibstil?? Ureshii! Das freut mich!! (*^^*)

    Haha 😀 Ja, da hast du Recht! Die Drittklässlerin ist zum Glück doch total lieb und durch sie hab‘ ich noch zwei Freunde gefunden^^

    Ja… Schon seltsam, wir leben alle auf demselben Planeten, und doch ist es manchmal, als kämen wir aus verschiedenen Galaxien 😀
    Und ganz ohne Vergleichen geht es nicht (;

    Oha, das wäre aber richtig doof, wenn du krank heimreist! o: Bleib gesund, meine Liebe!<3

    Allerliebste Grüße,
    Eva<3

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