Marcel Hirscher hat Angst!

Nachdem wir bereits eine ganze Weile schweigen, ist es an der Zeit, wieder einmal etwas aus dem Alltag einer Gastfamilie zu berichten. Seit unserem letzten Post geschah so manches: Wir durchlebten die Adventszeit, feierten Weihnachten, der Winter brach herein und ist auch schon wieder so gut wie zu Ende. Die österreichischen Wintermonate sind geprägt von Bräuchen und Feiertagen, daher konnten wir Agustin viel Neues zeigen. Besonders angetan haben es ihm unsere Kekse, die traditionell in der Adventszeit, mit und ohne seiner Hilfe, gebacken wurden. Wenn man unseren Gastbruder/-sohn fragt, was er mit dem Winter in Österreich verbindet, gibt es vermutlich in erster Linie eine Antwort: SCHIFAHREN!

Ab auf die Piste!

Mit dem Weihnachtsgeschenk haben wir eindeutig ins Schwarze getroffen: Ein paar gebrauchte Schischuhe und ein Schikursgutschein öffneten Agustin die Tür in eine neue Welt. Der Kurs fiel zwar wetterbedingt aus, aber dies änderte nichts an dem Vorhaben, ihn in den österreichischen Nationalsport einzuführen. Kurzerhand übernahm Papa die Aufgabe des Schilehrers und schon nach zweieinhalb Stunden Training war unser Chilene für den Schiurlaub gewappnet.

Schiurlaub

Schiurlaub

Im Schigebiet angekommen jagten wir ihn gleich am zweiten Tag eine schwarze Piste runter. Eines muss man ihm lassen, Talent hat er allemal. Für uns als Gastfamilie war es ein tolles Gefühl, unserem Austauschschüler etwas Neues beibringen zu können und vor allem, seine Begeisterung zu sehen. Es war ein bisschen wie mit einem Kleinkind, dem man z.B. das Gehen oder Radfahren beibringt: Nicht selten ist es für die Lehrerin oder den Lehrer ein fast größeres Erfolgserlebnis. Agustins Fazit nach der gelungenen Schisaison:

„Marcel Hirscher hat Angst!“

(Anm.: Weil Agustin so gut fährt, muss sich der Herr Hirscher fürchten. 😀 )

Frühlingszeit

Der Winter war dann auch bald zu Ende und mit den ersten Sonnenstrahlen ging’s schon wieder hinaus. Diesmal mit dem Rad. Unser Gastsohn/-bruder benützte das Fahrrad zwar auch während der kalten Jahreszeit, aus reiner Faulheit um ehrlich zu sein, doch wir zeigten ihm eine neue Welt: das Mountainbiking.

Ganz so stark ist die chilenische Kämpfernatur nicht, aber manchmal muss man sich auch überwinden und ein bisschen mehr als gewöhnlich anstrengen, um ans Ziel zu gelangen. Dies zählt zu den Dingen, die man im Leben einfach lernen sollte, ob beim Mountainbiken oder anderswo. Außerdem war das Abwärts-Fahren ja eine nette Belohnung für alle (:

Und die Sprache?

Sicherlich interessiert es jetzt noch einige, wie es denn sprachlich aussieht. Nachdem Agustin ohne jegliche Deutschkenntnisse kam, sprachen wir im Herbst sehr viel Englisch. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass die Hilfssprache Englisch zur Gefahr werden kann. Denn man, und damit ist die ganze Familie gemeint,  gewöhnt sich das Nicht-Deutsch-Sprechen erstaunlich schnell an, umso langsamer leider wieder ab.

Weihnachten war für uns ein toller Stichtag, dem ganzen ein Ende oder besser, einen neuen Anfang zu setzen. Englisch wurde bis auf seltene Übersetzungen von Wörtern aus dem Alltag verbannt und siehe da, schon bald ließen sich erste Erfolge verbuchen! Mittlerweile spricht unser Chilene schon ziemlich gut Deutsch. Solange es keine wissenschaftlichen Gespräche sind, versteht er so gut wie alles und kann sich ganz normal unterhalten. Teilweise nimmt er sogar unseren Dialekt an, „wos echt nit anfoch is.“

Welche Sportarten hast du in deinem Gastland kennengelernt? Oder seid ihr auch gerade Gastfamilie und habt eurer Gastschülerin/eurem Gastschüler das Schifahren beigebracht? Hast du andere Fragen?

Schreib uns doch ein Kommentar! Wir freuen uns über jede Rückmeldung (:

 

2 Gedanken zu „Marcel Hirscher hat Angst!

  1. Voll spannend, und super dass ihr Weihnachten zum Anlass genommen habt mit der Mittelsprache aufzuhören.

    Viel Spaß noch euch allen!

    lg Karl

  2. Danke!
    Ja, ein bestimmter Tag/Anlass setzt einfach einen „richtigen“ Punkt. Das macht die Sache für alle Beteiligten einfacher (;
    Liebe Grüße!

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