3 Wochen?!

Jetzt sind schon ganze 3 Wochen vergangen, seitdem ich Österreich verlassen habe und nach Argentinien geflogen bin. Die Zeit hier vergeht so schnell, das hätte ich mir wirklich nicht gedacht! Aber bevor ich von meinen ersten Tagen bzw. Wochen hier erzähle, werde ich von der Reise hierher erzählen.

Anreise

Meine Reise war ziemlich anstrengend, da ich zuerst 2 Stunden nach Wien fahren und dann 2 Stunden am Flughafen warten musste, bis der 1,5-stündige Flug nach Frankfurt startete, wo wir die restlichen AFSer trafen, die nach Argentinien flogen. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir noch gar nicht richtig bewusst, dass ich wirklich ein Jahr weg sein werde. Ich freute mich einfach nur, dass mein Auslandsjahr bald startete!

Der Abschied von meiner Familie fiel mir deshalb nicht so schwer, weil ich es eben noch gar nicht richtig realisierte. Trotzdem flossen am Check-In Schalter die Tränen. Nachdem wir weitere 2 Stunden am Flughafen in Frankfurt warten mussten, konnten wir endlich ins Flugzeug nach Buenos Aires einsteigen. Leider saßen alle österreichischen AFSer auseinander, aber neben mir war noch ein Sitz frei und Verena, eine österreichische AFSerin, setzte sich zu mir. Die 14 Stunden vergingen Gott sei Dank sehr schnell, da ich noch meine Abschiedsgeschenke, die ich von meinen Freunden und meiner Familie bekommen habe, anschaute. Am Flughafen angekommen erklärten uns die AFSer, die uns empfingen, dass wir in verschiedenen Bussen weiterfahren würden, je nach Provinz, wo wir später wohnen würden. Bis dorthin mussten wir aber noch ungefähr 4 Stunden am Flughafen bleiben, weil wir auf die anderen Austauschschüler aus den verschiedenen Ländern warten mussten. Der Bus fuhr jedoch nur bis zu irgendeinem Busbahnhof oder so, wo wir auch etwas zu essen bekamen. Zu dritt (Louisa aus Deutschland, Yann aus Belgien und ich) fuhren wir dann in einem echt bequemen Bus nach Sampacho.

Louisa, Yann und ich

Louisa, Yann und ich

Die 10-stündige Busfahrt war wirklich lustig, weil ich neben Louisa saß und wir über alles möglich geredet haben. Die Frau neben uns war schon richtig genervt, weil wir die ganze Zeit gelacht haben und sie schlafen wollte 😀 Louisa wohnt im gleichen Ort wie ich und wir gehen auch auf dieselbe Schule. Mit ihr versteh ich mich wirklich gut und ich hab sie echt gern 🙂 Als wir dann kurz vor Sampacho waren, waren wir wirklich sehr nervös, weil wir wussten, dass wir bald unsere Gastfamilie treffen würden. Als wir aus dem Bus ausstiegen, standen dort lauter AFS Leute und natürlich unsere Familien, die uns total herzlich empfingen!  Meine Familie hat mich sofort in den Arm genommen und ich hab mich gleich wohl gefühlt (obwohl ich kein Wort verstanden habe :D). Als ich ins Auto einstieg und mich angurten wollte, sagten sie, dass es hier egal sei und man sich nicht angurten müsse (was eine

Meine Gastfamilie bei der Ankunft

Meine Gastfamilie bei der Ankunft

Umstellung für mich war, weil ich mich in Österreich immer angurte). Die Verkehrssituaton ist hier sowieso ganz anders als in Österreich. Aber naja..Von Sampacho fuhren wir dann nach Coronel Moldes, was nicht sehr weit entfernt ist. Meine Gastfamilie hat sofort mit begonnen,mir zu reden und ich war ein bisschen überfordert, weil ich wirklich überhaupt kein Spanisch konnte. Die ersten Tage verständigte ich mich nur mit Google Übersetzer :D. Zu Hause angekommen überraschten sie mich mit einem österreichisch-argentinischen Willkommensschild, was mich wirklich sehr freute! Aber in diesem Moment wollte ich nur noch schlafen (es war schon 2 Uhr und ich hatte in den letzten 2 Tagen nicht viel geschlafen). Soviel zur Anreise.

Meine ersten Tage

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Meine Gastschwestern und ich 🙂

Am ersten Tag gingen meine 2 Gastschwestern mit mir durch die Gegend und sagten mir, wie die verschiedenen Sachen auf Spanisch heißen. Sie sind wirklich total nett und liebenswürdig und ich hab sie total lieb! Und verrückt hab ich vergessen 😀 aber das bin ich auch also passt das vollkommen. Meine Gastfamilie hilft mir bei allem und ich bin wirklich froh, dass ich in dieser Familie bin!

Am zweiten Tag lernte ich gleich die ganze Familie kennen, weil die Oma ihren 70. Geburtstag feierte. Dort aß ich zum ersten Mal Empanadas (Die wirklich seeeeehr gut sind) und trank zum ersten Mal Mate. Das Essen hier ist allgemein sehr gut 🙂

In diesen ersten Tagen realisierte ich erst, dass ich wirklich ein Jahr hier wohnen würde und ich denke natürlich auch an meine Familie in Österreich und vermisse sie. Aber wenn ich ab und zu mit ihnen spreche, geht’s mir wieder gut. Und meine Gastfamilie ist jetzt schon zu meiner zweiten Familie geworden!

Schule

Am Montag darauf war mein erster Schultag. Meine Schule ist ziemlich klein im Gegensatz zu meiner in Österreich! Aber das gefällt mir! Die Schule hier ist allgemein ganz anders als bei uns. Sie beginnt erst am Nachmittag um ca. 13.30 (manche kommen auch später, das ist hier nicht so genau) und hört um 19 Uhr auf (manchmal auch früher). Die Stunde dauert hier 80 Minuten, was wirklich sehr lange ist. Als ich in die Schule kam, begrüßte ich meine Lehrer mit einem Bussi auf die Wange, wie alle Leute, die ich hier neu kennenlerne. Man begrüßt sogar den Arzt so! Aber auch Freunde begrüßt man hier so. Noch ein Unterschied ist, dass jeder Schüler, wenn er in die Klasse kommt, sich sofort einen Tisch und einen Sessel schnappt und ihn so platziert wie er will. Man darf im Unterricht auch essen und trinken und wenn man aufs WC muss, geht man einfach. Die Schüler nennen den Lehrer manchmal beim Vornamen und sonst schreien sie einfach „Profe, veni!“ wenn sie etwas brauchen. Sie zeigen also nicht auf oder so etwas. Der „Unterricht“ verläuft so, dass die Schüler entweder gar nichts machen und mit ihrem Handy spielen oder irgendeine Arbeit machen. Und im Mathematikunterricht schreibt die Lehrerin die Aufgaben an die Tafel und diese machen die Schüler dann. Und wenn sie fertig sind machen sie den Rest der Stunde irgendwas. Also hier lernt man nicht wirklich viel in der Schule, wobei ich das gar nicht mal so schlecht finde 😀 Außerdem sind hier die Noten auch ganz anders, so ist eine 1 die schlechteste Note und die 10 die Beste. Jeden Tag versammeln sich auch alle Schüler vor der argentinischen Flagge, die draußen hängt und stellen sich in eine Reihe. Danach sind alle leise und ein Schüler geht vor und kurbelt die Flagge runter. Wenn es vorbei ist gehen alle wieder in die Klassenräume oder bleiben draußen (wenn danach Pause ist). Also die Argentinier sind wirklich sehr patriotisch, was ich so mitbekommen habe. Überall wo man hingeht, sieht man eine Flagge (sogar im Supermarkt!). Meine Klassenkameraden sind auch total nett und haben mich am zweiten Schultag lauter argentinische Essen probieren lassen 🙂

AFS Survival Orientation

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Austauschschüler (:

Am Wochenende darauf war das erste AFS Treffen. Insgesamt sind wir 5 Austauschschüler in meiner Gegend. Ein Mädchen aus Italien, eine aus Kanada, Louisa, Yann und ich. Es war wirklich schön, wieder Deutsch bzw. Englisch mit jemanden zu reden, weil hier wirklich keiner Englisch kann. In der Schule gibt es Facebook-20140901-103929vielleicht einen Schüler pro Klasse, der Englisch spricht. Mittlerweile versteh ich schon sehr viel Spanisch, aber mit dem Sprechen haut es noch nicht so hin. Doch ich lerne jeden Tag mehr Vokabeln um es schnell zu lernen.

 

Wochenendausflüge

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„Campo“ mit meiner Schwester 🙂

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„Campo“

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Auf dem Weg zum Campo haben wir ein Gürteltier gefangen 😀

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Schafe 😀

Letztes Wochenende waren wir auf einer Art Bauernhof, wo Verwandte meiner Gastfamilie wohnen. Dort gibt es lauter Kühe, Schafe, Hühner, Hasen, Schweine, Hunde, Katzen und Pferde. Es mir sehr gut gefallen, weil ich Tiere wirklich sehr gerne habe! Und ich durfte sogar mit dem Pferd meiner Gastschwestern mitreiten! 😀

Dieses Wochenende waren wir in Rio Cuarto. Meine ältere Gastschwester studiert dort und hat dort eine Wohnung, zu der wir fuhren. Danach besuchten wir eine Art Markt im Freien. Dort gab es auch verschiedene Tiere, landwirtschaftliche Geräte, die glaube ich zu kaufen waren und große Zelte, in denen verschiedene Sachen verkauft wurden. Am Abend gingen wir noch einkaufen in ein riesengroßes Geschäft. Danach aßen wir im Restaurant, weil mein Gastvater am Freitag Geburtstag hatte. 🙂

Am Sonntag war ich mit meiner Gastmama beim Aeroclub von Coronel Moldes, wo 20140906_172428sie arbeitet. Dort gibt es Kleinflugzeuge mit denen sie auch fliegt, die wirklich sehr beeindruckend sind!20140906_172447

So das war´s jetzt auch mal fürs Erste.

Liebe Grüße,

Eure Anna 🙂