1 Monat Japan

Ich grüße euch, meine lieben Leserinnen und Leser. Herzlich willkommen zu meinem zweiten Blog-Eintrag. Ihr habt sicher schon sehnlichst darauf gewartet 😉

Ich bin nun seit 36 Tagen in Japan, Kurashiki, und es ist schwer zu sagen, ob das eine lange oder kurze Zeit ist. Einerseits fühlt es sich an, als wäre erst eine Woche vergangen, andererseits hab ich mich hier schon so gut eingelebt, dass ich teilweise das Gefühl habe, schon seit einem Jahr hier zu sein. Das einzige, was mich immer wieder daran erinnert, dass ich noch nicht sehr lange hier bin, sind meine nicht allzu perfekten Japanischkenntnisse, obwohl diese schon erheblich besser sind als vor einem Monat. Aber jetzt werde ich erstmal mit meinen Deutsch-Sprachkenntnissen um mich werfen und euch damit von meinen ersten 36 Tagen in Japan erzählen 😉

Die ersten Tage mit meiner Gastfamilie

Meine Gastfamilie

Um überhaupt zu meiner Gastfamilie zu kommen, musste ich erst von Tokio nach Okayama fliegen, wo mich meine Gastfamilie schon sehnlichst erwartet hatte. Von da aus ging es mit dem Auto direkt zu meinem neuen Zuhause. Dort gab es zuerst eine kurze Führung durch das Haus und dann hatte ich erstmal Zeit, um in Ruhe mein ganzes Gepäck auszupacken und mich in meinem neuen Zimmer einzuleben. Nachdem ich mich dann erstmal 3-4 Tage ordentlich ausgeschlafen hatte, da ich dank dem Zeitunterschied ziemlich müde war, habe ich gemeinsam mit meiner Gastfamilie ein paar Japanische Tempel besichtigt. Meine Gastmutter hat einiges zu den Tempeln erzählt, was ich leider nicht verstanden habe, da sie nur Japanisch spricht. Aber das ändert nichts daran, dass die Tempel unglaublich beeindruckend aussehen. Mittlerweile hat aber schon der Alltag angefangen. Da ich immer recht lange Schule habe, ist unsere gemeinsame Zeit auf Abendessen und Wochenende begrenzt. Ich verstehe mich recht gut mit meiner Gastschwester und verbringe nach dem Abendessen oft noch ein bisschen Zeit mit ihr. Sie spricht zum Glück ein bisschen Englisch :). Am Wochenende unternehmen wir meistens sonntags etwas, samstags bleibe ich lieber zu Hause und ruhe mich etwas aus.

Hier noch ein paar Fotos von den Sightseeing Ausflügen 🙂

 

Schule und Schulalltag

Ich in meiner wundervollen Schuluniform 😉

Schule… Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, immerhin verbringe ich den größten Teil meiner Zeit hier in der Schule! Ich fange mal mit der Schuluniform an. Derzeit tragen wir die Sommeruniform, ab 1.Oktober die Winteruniform. Da ich in Österreich keine Schuluniform habe, fand ich es hier anfangs ziemlich nervig, aber mittlerweile hab ich mich sogar schon an den Rock gewöhnt, obwohl man mich das letzte mal wahrscheinlich vor über 3 Jahren in einem Rock gesehen hat. Für den Sportunterricht gibt es auch eine Uniform, die in 3 Farben aufgeteilt ist. Die dritten Klassen tragen Gelb, die zweiten Rot und die ersten Grün. Das ist recht praktisch, wenn man nach einer bestimmten Person sucht, was oft vorkommt, denn der Sportunterricht ist meistens mit 3-5 Klassen gemeinsam. Wie die Klassen in meiner Schule organisiert sind, habe ich allerdings noch nicht ganz verstanden. Ich bin jedenfalls in der Klasse 1D der „Shingaku“ Abteilung, und habe keine Ahnung, was das eigentlich ist. Meine Klasse besteht aus 25 Personen, was für Japan recht wenig ist. Es gibt hier auch eine Klasse mit über 50 Schülern! Meine Klasse in Österreich hat 36 Schüler und das fand ich schon immer recht viel. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man in so großen Klassen ordentlich unterrichten kann. Ich bin froh, dass ich in einer kleinen Klasse gelandet bin. Ich verstehe mich mit meinen Klassenkameradinnen recht gut und wage es zu behaupten, mit 3 von ihnen schon sehr gut befreundet zu sein. Die Jungs waren Anfangs recht schüchtern, aber mittlerweile reden sie auch hin und wieder mit mir. Unterricht haben wir jeden Tag von 8:40 Uhr bis 13:55 Uhr und danach putzen die Schüler selbst die Klassen und sogar die Toiletten. Ich darf da natürlich auch mithelfen. Ich finde es gut, dass wir hier alles selbst saubermachen. Es dauert etwa 10 Minuten, da ja alle mithelfen, und die Schule muss keine Reinigungskräfte bezahlen und kann das Geld sinnvoller investieren.

„Freizeit“

Mit band-club mitgliedern während dem Sportfest :)

Mit Band-Club-Mitgliedern während des Sportfests 🙂

Direkt Freizeit haben in Japan glaube ich wenig Schüler, denn wenn man es mal schafft, vor 5 Uhr nach Hause zu kommen, muss man meistens für irgendeinen Test lernen. Denn nachdem man mit Putzen fertig ist, kann man entweder nach Hause gehen (und lernen), noch in der Klasse bleiben und lernen oder man tritt einem Club bei, der an 2-5 Tagen nach der Schule stattfindet. Ich habe meinem Englischlehrer, der mir einige Clubs gezeigt hat, gesagt, dass ich gerne Gitarre lernen würde und am nächsten Tag kam der echt gut aussehende Präsident des Band-Clubs und hat mir einige Mitglieder vorgestellt und mir ein paar einfache Lieder auf der Gitarre gezeigt. Es hat mir echt gut gefallen und ich verstehe mich super mit all den Mitgliedern! Mittlerweile bin ich schon ein offizielles Mitglied im Band-Club, der übrigens immer mittwochs und donnerstags bis 6 Uhr stattfindet. Die letzten 2 Wochen konnte ich leider immer nur die letzte halbe Stunde vorbeischauen, da ich mit meiner Schulabteilung einen Tanz für das Sportfestival proben musste. Aber auch das hat Spaß gemacht! Der Präsident des Band-Clubs ist in meiner Abteilung, darum war ich zum Glück nicht die einzige, die nicht zu den Club-Treffen gehen konnte. Und da er den gleichen Heimweg wie ich hat, haben wir uns recht gut angefreundet. Ab nächster Woche wird er mir Gitarre spielen beibringen, da ich schon gefragt wurde, ob ich einer Band beitreten möchte 😀

Heimweh

Vor allem meine Gastfamilie und AFS-Freiwillige, aber auch meine neuen japanischen Freunde haben mich schon ziemlich oft gefragt, ob ich Heimweh habe. Wenn ich dann mit „Nein“ geantwortet habe, sahen sie immer recht überrascht aus. Aber für mich gibt es keinen Grund und auch gar keine Zeit dafür, Heimweh zu haben, denn in etwa 10 Monaten sehe ich sowieso alle meine Freunde und Familienmitglieder wieder. Und mittlerweile habe ich hier schon ein kleines Leben aufgebaut. Mit meiner Gastfamilie, meinen Klassenkameraden und dem Band-Club. Die ersten 2 Wochen habe ich vor allem Abends, wenn ich alleine in meinem Zimmer saß, sehr oft an Österreich und mein Leben dort gedacht, aber nun denke ich abends an mein Leben in Japan. Es ist schwer zu beschreiben, was ich fühle, wenn ich an Österreich denke. Es ist aber ein schönes Gefühl. Ich glaube, am besten kann ich es damit beschreiben, dass ich weiß, dass sich meine Familie und Freunde für mich freuen, weil ich dieses Jahr in Japan verbringen kann. Und ich weiß auch, dass sie sich trotzdem alle freuen werden, wenn ich wieder zurückkomme.

Und damit befinden wir uns auch schon am Ende dieses Beitrags. Vom Sportfestival, das diesen Freitag stattfand und vom Kulturfestival, das in etwa 3 Wochen ist, werde ich euch dann das nächste Mal berichten. Da gibt es dann auch mehr Fotos von dem supercoolen Band-Club.

4 Gedanken zu „1 Monat Japan

  1. Hallo Valentina! 🙂
    Sehr gut geschrieben und ich finde es echt toll, wie du über das Heimweh denkst. Vor allem kann man auch zwischen den Zeilen lesen, dass es dir in Japan gut geht, oder nicht? 🙂
    Liebe Grüße aus Spanien ^^

  2. Hallo!!! Voll super geschrieben! Find des so klass, dass es dir so gefällt! Bis bald! Deine Mama!

    • Hallo Valentina, schön was von dir zu lesen. Freut mich dass es dir so gut gefällt und du dich so toll eingelebt hast. Viel Spaß weiterhin 🙂 Du bist super !! Ganz viele liebe Grüße aus Salzburg ! Babi

  3. Hallo liebe Valentina, wir sind so stolz auf Dich, dass Du Dein Leben in Japan so toll auf die Reihe bekommst. Wir freuen uns schon auf Deinen nächsten Blog. Zu Weihnachten bekommst Du auf jeden Fall Deine Kekse und Weihnachtsgeld geschickt.
    Wir haben Dich sehr lieb Deine Oma und Dein Opa.

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