Adiós vacaciones – Hola cole

Nach einer Woche zusätzlichen Urlaubs begann auch für mich wieder der „Ernst des Lebens“, nämlich die Schule. Immerhin kann ich jedoch stolz von mir behaupten, dass ich trotz kleinen Anfangsproblemchen das erste Monat Schule in Barcelona einigermaßen überlebt habe.

 

Der erste Tag – Desaster!

Meine Schule

Meine Schule

Obwohl meine Schule vielleicht auf den ersten Blick wie ein Gefängnis aussieht, wagte ich mich trotzdem am 15.09.2014 in das große Ungewisse.
Alles fing damit an, dass ich schon Probleme hatte, meine richtige Klasse zu finden, da mein Name nicht auf dieser Klassenliste stand. Nach vielem Hin und Her und großer Verzweiflung meinerseits, landete ich endlich auf meinem Einzelplatz in der letzten Reihe. Da mein Klassenvorstand Englischlehrer ist, konnte ich wenigstens einem erklären, dass ich eine Austauschschülerin bin und kein Wort von dem Gerede verstehe. So wie in fast jeder Schule wurde danach der Stundenplan aufgeschrieben. Jedoch ist es in Spanien so, dass es Unterrichtsfächer gibt, welche die ganze Klasse hat (Mathematik, Spanisch, Englisch…) und Fächer wie Latein oder Musik, welche man sich aussuchen konnte. Dies hatte dann natürlich zur Folge, dass eine Klasse nicht jede Stunde den selben Unterricht hatte, was dazu führte, dass die Tafel aus einer einzigen „Schmiererei“ bestand und das wiederum heißt, dass sich ein Austauschschüler erst recht nicht auskennen kann. Außerdem war es total laut in der Klasse, alle haben geredet und der Lehrer vorne war eigentlich nur zu Zierde. Und um meine Nerven noch etwas mehr zu strapazieren, hatte ich in der zweiten Stunde die große Ehre einige Tests auf Katalanisch zu schreiben, beziehungsweise ein leeres Blatt mit meinem Namen abzugeben.

Der zweite Tag – Desaster!

Ein entspanntes Aufstehen und ein gutes Frühstück kann einem den Morgen schon etwas erleichtern. Tja, aber mal wieder nicht für mich, denn mein Wecker läutete aus unerklärlichen Gründen nicht und ich wachte 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn auf. Durch reines Wunder und hektischem Hin und Her schaffte ich es jedoch noch rechtzeitig in die Schule und ob man es glaubt oder nicht, es kamen viele Schüler erst nach mir in die Klasse. (Auch insgesamt kam bis jetzt jeden Tag immer irgendwer zu spät.) Im Unterricht verstand ich rein gar nichts und fast keiner sprach Englisch bzw. verstand mein Englisch. Dazu kam noch, dass wir auch an diesem Tag viele Freifächer hatten und daher Klassenräume wechseln mussten. Doch ich hatte keine Ahnung, welche Fächer ich wann und vor allem wo habe, weil mir niemand Bescheid gesagt hatte. Also musste ich jede Stunde aufs Neue, wenigstens immer in Begleitung eines Mitschülers, in die Direktion gehen und fragen, wo ich hin muss. Das hatte zur Folge, dass ich so wie in Filmen von einem Lehrer in meine Klasse begleitet wurde und mir dann dort unter den Augen der anderen einen Platz suchen musste. Zusätzlich dazu verstand ich nicht, wieso ich in „Ciencias“ bin, obwohl ich doch meiner Meinung nach Biologie gewählt hab. Komplett ahnungslos und verwirrt schrieb ich also in der Pause meinen Gasteltern eine Nachricht, dass alles komplett anders als gedacht läuft. Doch dann kam auf einmal eine Lehrerin zu mir, schrie mich auf Katalanisch an und nahm mir das Handy weg. Es war doch Pause, also machte ich rein theoretisch gar nichts falsch! Ich verstand die Welt nicht mehr und die Lehrerin erst recht nicht. Zum Glück kamen auch sofort zwei Mitschüler, redeten mit ihr und im Endeffekt gab sie mir mein Handy wieder und laberte mich aufs Neue voll. Total geschockt antwortete ich einfach immer nur mit „Sí, Sí“, bis mir jemand erklärte, dass in spanischen Schulen generelles Handyverbot gilt. Und da an diesem Tag das Glück nicht gerade mit mir war, hatte ich das große Vergnügen genau diese Lehrerin in einem meiner Freifächer wieder zu sehen…

Schule nach einem Monat

Genau heute habe ich meine vierte Schulwoche hinter mich gebracht und ich kann euch nur sagen, dass sich einfach ALLES verbessert hat und die Zeit echt schnell verging.Abgesehen davon, dass ich nun auch besser Spanisch spreche, habe ich auch schon Freunde gefunden. Denn so dumm wie das jetzt auch klingt, Freunde in einem fremden Land mit einer anderen Sprache zu finden ist gar nicht so leicht wie viele denken.

Selfie mit ein paar Leuten aus meiner Klasse

Selfie mit ein paar Leuten aus meiner Klasse

Jedenfalls weiß ich nun schon in welche Klasse ich wann und wo gehen muss und meine Lehrer kenne ich jetzt auch schon besser, was den Vorteil hat, dass diese mich nun auch mehr unterstützen. Mein einziges Problem ist Katalanisch, denn was viele nicht wissen, in Spanien werden 2 Sprachen gesprochen! Alle Fächer,alle Bücher, alle Information zu den Themen und alle Tests sind auf Katalanisch und da ich kein Wort davon spreche, habe ich nach wie vor in den meisten Unterrichtsgegenständen keine Ahnung, um was es geht. Aber immerhin gibt es manchmal so nette Lehrer, die extra für mich Spanisch sprechen und somit versteh ich wenigstens ein bisschen um was es im Groben geht.

 

Ein paar Unterschiede meiner beiden Schulen

  • An meiner Schule in Österreich ist es üblich, dass wir unsere Lehrer mit „Frau/Herr Professor“ und „Sie“ anreden. In Spanien nicht! Hier sind wir mit unseren Lehrern nämlich per „Du“ und nennen sie beim Vornamen. Einerseits gibt es zwar einen etwas lockeren Umgang, anderseits fehlt es dadurch manchmal etwas an Respekt.
  • In der gesamten spanischen Schule herrscht absolutes Handyverbot! Es ist nicht mal erlaubt, in der Pause sein Handy zu benutzen.
  •  Die Unterrichtszeit beträgt hier statt 50 Minuten 60 Minuten und es gibt zwischen den ersten drei Stunden keine Pause. Nach der dritten Stunde gibt es dann eine Pause von einer halben Stunde, wo alle Schüler auf den Schulhof gehen müssen. Dort kann man dann entweder Basketball oder Fußball spielen, oder sich auch einfach nur wo hinsetzen und sein „Bocadillo“ essen.
  • Die Türen werden erst zwei Minuten vor Unterrichtsbeginn geöffnet und danach wieder zugesperrt. Meiner Meinung nach ist das gar nicht so schlecht, denn dadurch kann niemand „Unbefugter“ in die Schule kommen und somit wird für etwas mehr Sicherheit gesorgt.

So, das war’s! (:
Ich hoffe, dass es euch gefallen hat, mein Eintrag nicht ganz zu lange geworden und mein Deutsch noch einigermaßen akzeptabel ist.

Hasta luego
Julia 🙂