Tanzen, Strand & mehr

Beim Bootfahren :)

Beim Bootfahren 🙂

Letztens war ich mit meiner Klasse am „Strand von Puno“. Ja, den gibt es, obwohl Puno nur an einem See und nicht am Meer liegt. Die Atmosphäre ist aber die gleiche, beim Titicacasee hat man eh immer das Gefühl am Meer zu sein, weil er so groß ist! Es war wie ein richtiger Strand mit Sand, Klippen und sogar Wellen, auch wenn ich mir nicht ganz erklären kann, von wo die herkommen …

Strandwetter?

Im Bus gemeinsam mit meiner Klasse

Im Bus gemeinsam mit meiner Klasse

Ich hatte definitiv nicht vor, bei 14° Außentemperatur und jeder Menge Wind baden zu gehen, aber die Entscheidung wurde mir kurzerhand abgenommen, weil mich einer aus meiner Klasse einfach reingeschmissen hat, tja … Wie kalt das Wasser tatsächlich war, weiß ich nicht – aber ich glaube, ich will es auch nicht wissen! Die Konsequenz der Kälte war jedenfalls, dass am nächsten Tag nicht einmal die Hälfte der Klasse in der Schule war, weil die meisten krank waren und ehrlich gesagt bin ich sehr stolz auf mich, dass ich nicht dazu gehört habe! Dafür war ich die einzig Knallrote… Alle, wirklich alle sind noch dunkler geworden als sie eh schon sind, nur ich bin rot geworden. Trotzdem war es ein echt cooler Volleyballspiel-bade-bootfahr-fotos-essens-tag.

Essen

Das mag sich für einige von euch jetzt sicher erschreckend anhören, aber in das Fastfoodangebot in Puno ist, sagen wir mal: sehr beschränkt. Es gibt keinen McDonalds, keinen Burgerking, keinen KFC und auch sonst keine einzige Fastfoodkette. Dafür gibt es an jeder Ecke Salteñas, Empanadas, Kuchen und jede Menge Süßkram zu kaufen. Was unter anderem ein Grund dafür ist, dass die meisten Menschen hier eine kleine Speckschicht haben – was bei der Kälte aber mehr als nur nützlich ist! Es ist quasi überlebenswichtig, dass man ein bisschen mollig ist.

Familienfestival in Chucuito

Mit meinem Papa im Kostüm

Mit meinem Papa im Kostüm

Habe ich schon einmal erwähnt, dass in Perú, und in Puno im speziellen, extrem viel getanzt wird? Nein? Dann erwähne ich es hiermit offiziell. Letzte Woche war in einem Nachbarort ein Tanzfestival, das die ganze Woche lang gedauert hat und auch gleichzeitig ein Verwandtentreffen meiner Familie war. Es waren wirklich viele Verwandte da, so an die 100 Leute – und angeblich war das nicht einmal die Hälfte!

Mein Bruder beim Tanzen :)

Mein Bruder beim Tanzen 🙂

Zu den Verwandten zählen übrigens keine um-zehn-Ecken-irgendwie-verwandte-Leute, nein, das waren nur Onkeln und Tanten samt ihren Kindern. Südamerikanische Familien sind ziemlich klischeeentsprechend … Immerhin haben meine Eltern jeweils an die neun Geschwister! So ein Familienfestival besteht hauptsächlich aus Essen, Tanzen und jeder Menge Alkohol (vorwiegend Bier und Pisco), und damit wird schon am frühen Morgen angefangen. Mich hat es nicht gewundert, dass einige meiner Cousins die ganze Woche lang nicht nüchtern waren. Immerhin haben wir schon beim Frühstück Alk angeboten bekommen, etwas Anti-Alkoholisches gab es meist nicht zur Alternative und so ging das dann den ganzen Tag…

Bei der Parade

Bei der Parade

Leider war ein Teil dieses Festes auch ein Stierkampf. Ich hatte irgendwie eine harmlosere Vorstellung davon. Dass es für die Toreros und auch die Zuschauer (ein klappriger Holzzaun hält eben nicht viel aus) gefährlich werden kann, wusste ich nicht, und auch, dass der Stier einfach in der Arena unter Gejubel der Zuschauer ermordet wird, war mir nicht klar.

Mit einer Freundin, die ebenfalls getanzt hat...

Ich wollte mir das lieber nicht so genau anschauen und als sie dann auch noch das frische Stierblut getrunken haben, ist mir schlecht geworden. Meine Gastfamilie meinte nur: in Europa respektiert ihr die Tiere mehr, oder? Wir machen das nicht.

Festival Mercedario

Solteritos - unser Tanz

Solteritos – unser Tanz

An den vergangenen Wochenenden musste ich immer um 7 Uhr (ja, in der Früh und ja, das ist verdammt anstrengend!) in der Schule sein, weil wir einen Tanz eingeprobt haben. Diesen Dienstag war nämlich der Tanzwettbewerb meiner Schule. Anfangs dachte ich echt, ich bin einfach unfähig für den Tanz, aber zum Schluss konnte ich mir zum Glück die Schritte merken 😉

Für mich war das Tanzen voll anstrengend, es fühlt sich wegen der Höhe immer noch jeder Schritt wie zwei an und wenn man dann auch noch während des Tanzes ständig herumspringt und irgendwelche Sachen zur Musik schreien muss ist das … Keine Ahnung, einfach furchtbar anstrengend! Und unser Tanz war sowas von peinlich!

Tanz

Tanz

Hier ist es so, dass jeder Tanz eine Geschichte erzählt und unsere war eine Liebesgeschichte. Ein Date, sie verschmäht ihn zuerst, will seine Rose nicht annehmen, lässt sich aber weich klopfen, er macht sich ziemlich an sie heran und kassiert dafür eine Ohrfeige, sie vergibt ihm aber und lässt sich von ihm mit nachhause nehmen. Hört sich eh nicht so schlimm an? Wir mussten nur in Pärchen ein bisschen pervers am Boden herum rollen… Als dann auch noch einer seine Hose verloren hat (ja wirklich), konnten wir vor lauter Lachen fast nicht mehr weiter tanzen.

Unsere Kostüme waren übrigens auch sehr schräg; bunte Röcke, bunte Oberteile mit einem Wappen-ähnlichem Stoff am Rücken, bunte Tücher in den Händen, zwei verschiedenfärbige Schuhe, Hüte und Zöpfe. Hier gibt es übrigens extra Frisurensalons, wo man sich für ein paar Euro eine Frisur, bei uns waren es französische Zöpfe, machen lässt und geschminkt wird. Mit unserem Tanz sind wir übrigens sogar zweiter Platz geworden – aber das Wichtigste war eh nur, dass keine vierte Klasse, sondern eine Promoción-Klasse gewinnt. 😉

Halloween

Eigentlich gar nicht so viel anders wie bei uns. Dass sich die Kinder verkleiden und von Haus zu Haus bzw. Geschäft zu Geschäft ziehen ist sogar bis nach Perú durchgedrungen, allerdings ist dabei die Tatsache verloren gegangen, dass man sich als etwas Angsteinflößendes verkleidet: die meisten gehen als Prinzessin oder Clown…

So, dass war’s auch schon wieder von mir.

Was gibt/gab es bei euch so für spezielle Feste?