Chau, Argentina – hallo, Österreich!

Die letzte Woche in Argentinien war stressig, tränenreich, aufregend, traurig und voller Vorfreude.
Am Samstag wollte ich ja eigentlich meinen Koffer packen anfangen und die Familie meines Freundes wollte mich um 10 Uhr abends abholen, um noch ein paar Tage gemeinsam in Buenos Aires zu verbringen. Es war dann so, dass alle meine Freunde gekommen sind, um mich zu verabschieden und wir mit zwei Stunden Verspätung losgefahren sind. Die Verabschiedung meiner Gastfamilie fiel mir sehr schwer, wir haben ja doch neuneinhalb Monate zusammen verbracht, sind zusammen in den Norden gefahren, in den Süden, haben uns gestritten, wieder vertragen und einfach die beste Zeit miteinander verbracht. Meine ganze Familie hat geweint und ich konnte meine Tränen dann natürlich auch nicht mehr zurückhalten 🙁

Nach 13 Stunden Fahrt kamen wir dann schließlich in Buenos Aires an. Ich liebe diese Stadt, sie ist einfach Weiterlesen

Die Wasserfälle von Iguazú

Die Ruinen von San Ignacio

Die Ruinen von San Ignacio

Jetzt habe ich auch die 2. Reise von AFS miterleben dürfen. Und zwar sind wir zu einem der sieben Naturwunder, den Wasserfällen von Iguazú gefahren! Es war einfach unglaublich schön! Da ich hier im Süden wohne, wollte ich sowieso schon immer einmal den Norden besuchen, was aber natürlich nicht ganz so einfach und billig ist, da Argentinien einfach ein riesiges Land ist.

Zuerst ging es 14 Stunden mit dem Bus nach Buenos Aires. Dort machten wir eine Städtetour und sahen berühmte Sehenswürdigkeiten wie das Haus der Präsidentin und das Boca Stadium.
Am nächsten Tag ging es dann weiter mit der Busfahrt. Nach 16 Stunden Fahrt und einem kleinen Halt, in dem wir die Ruinen von San Ignacio besichtigten, kamen wir endlich in Iguazú an und sind gleich in den Pool gesprungen, da es dort, trotz Winter, noch warme Weiterlesen

Das argentinische Schulsystem

Meine Klasse - 5to CNA I :)

Meine Klasse – 5to CNA I 🙂

Zuerst einmal muss man sagen, dass das argentinische Schulsystem sich vom österreichischen wirklich sehr unterscheidet! Da war es natürlich am Anfang nicht gleich leicht, sich einzuleben.
Hier in Argentinien gibt es die „Primaria“, die von 6 bis 12-Jährigen besucht wird und danach die „Secundaria“, in die die 13 bis 17-Jährigen gehen. Außerdem wird hier zwischen öffentlichen und privaten Schulen unterschieden. Die privaten Schulen haben immer eine Schuluniform und kosten pro Monat ein Vermögen! Schüler aus privaten Schulen und Schüler aus öffentlichen Schulen können sich übrigens nicht so gut leiden. In öffentlichen Schulen hingegen ist es eigentlich Pflicht, ein weißes T-Shirt zu tragen und eine schwarze oder blaue lange Hose mit geschlossenen Schuhen. Im Sommer bei 40 Grad ist das einfach nur schrecklich! ):

Unsere Abschlussjacken

Unsere Abschlussjacken

Was ich für eine besonders tolle Idee halte ist, dass jeder Kurs sich im letzten Jahrgang seine eigene Abschlussjacke designt. Man kann sich die Farben aussuchen und was darauf steht. Meistens ist es ein „Egresados“, was Abschlussschüler bedeutet, und der jeweilige Name des Schülers zu sehen. Die Jacken sind eigentlich dafür gedacht, dass man sie so oft wie möglich trägt, weil sie bequem sind und die Schule repräsentieren.

Am Morgen, bevor man in seinen Klassenraum geht, versammeln sich alle Schüler in der Aula oder im Turnsaal und Mädchen und Jungen müssen sich getrennt in Reihen aufstellen. Danach wird alles ganz still, die Flagge wird von zwei Schülern gehisst (ich durfte es schon zwei Mal machen, das ist immer eine besondere Ehre für den Schüler! 🙂 ) und der/die Direktor/in wird begrüßt. Das Ganze dauert nicht viel länger als 5 Minuten.

In allen Secundarias kann man ab der 4. Klasse ein Fachgebiet wählen. Und zwar kann man sich zwischen Naturwissenschaften, Biologie und Humanismus entscheiden. Das Allgemeinwissen ist leider nicht so gut, auch spricht keiner Englisch, aber in ihren Fachgebieten wissen sie wirklich viel!
Die Lehrer unterrichten nicht nur an einer Schule, sondern an mehreren und müssen immer hin- und herfahren. Nicht selten kommt es vor, dass wir manchmal nur 4 Stunden Unterricht haben, weil Lehrer fehlen!

In meiner Schule findet der Unterricht am Morgen für die Viert- und Fünftklässler statt, der auch nur relativ kurz geht und zwar von halb sieben bis halb eins. Am Nachmittag gehen dann die Erst- bis Drittklässler in die Schule und dann gibt es noch die Abendschule, die man mit unserem Abendgymnasium vergleichen kann.
Die Noten gehen von 1 bis 10, wobei 10 die beste Note ist und alles unter 7 sehr schlecht ist. Am Ende des Schuljahres muss man also in allen Gegenständen mindestens eine 21 erreichen, da das Schuljahr in Trimester eingeteilt ist. Wenn man das nicht schafft, kann man den Gegenstand im Dezember und im Februar wiederholen. Am Ende der 5. Klasse gibt es nicht so etwas wie die Matura. Wenn man eine schlechte Note hat, muss man einfach eine Nachprüfung im Sommer machen und wenn nicht, dann geht’s gleich ab in die Universität! Klingt doch nach weniger Stress, oder? 😉

Was sagt ihr zu der Begrüßung am Morgen? Sollte das bei uns auch eingeführt werden?
Und meint ihr ist es besser, dass es keine Matura gibt? Die Abschlussjacken sind eine tolle Idee, oder?

Bariloche – Das österreichische Argentinien und der Malvinaskrieg

Berühmt für das selbstgebraute Bier.

In der Osterwoche fuhr meine Gastfamilie mit mir nach El Bolsón um Urlaub zu machen. Die Reise dauerte 8 Stunden, da es wieder einmal einige Verkehrsunfälle und Umleitungen gegeben hatte. (Wusstet ihr, dass die argentinische Führerscheinprüfung aus 20 Fragen besteht? Aber dementsprechend schrecklich ist die Fahrweise!) Schon bei der Hinreise verwandelte die sich mir bekannte Wüstenlandschaft meiner Stadt in grüne Hügel, große Seen und schneebedeckte Berge.
Als wir endlich in El Bolsón ankamen, war es schon dunkel. El Bolsón kann man mit einer Hippiestadt vergleichen. Wirklich jeder Einwohner trägt Dreads und Hippiegewand!

Sieht aus wie Österreich, oder? ;)

Sieht aus wie Österreich, oder? 😉

Wir wohnten in einer kleinen Hütte außerhalb der Stadt. Fast jeden Tag gingen wir wandern oder stiegen auf einen Berg hinauf. Für meine Gastfamilie war das natürlich ein unglaubliches Erlebnis einmal im Wald zu wandern. Es war natürlich ein wunderschöner Urlaub, aber wenn man schon 18 Jahre in so einem Land gewohnt hat, ist es auch nichts Besonderes mehr, vor allem wenn man nie ein begeisterter Wanderer war. 😀
Am Ostersonntag sind wir schließlich nach Bariloche gefahren. Zu Ostern wird dort immer „Das Fest der Schokolade“ gefeiert. Es wird ein riesiges Schokoladenei hergestellt und schließlich wird es zerbrochen und jeder der sich gerne 2 Stunden anstellt, bekommt ein Stück handgemachte Schokolade. 🙂 Sonst wird Ostern leider nicht wirklich gefeiert. Man kann zwar Schokoeier in den Geschäften einkaufen (Schokohasen habe ich keine gesehen), aber man bekommt weder etwas geschenkt, noch findet ein besonderes Essen statt.
Dann sind wir auch schon wieder heimgefahren und schließlich in den Morgenstunden angekommen.

Am nächsten Tag in der Schule wurde der Gedenktag an den Malvinaskrieg gefeiert, der genau vor 31 Jahren stattfand. Dazu muss man sagen, dass wirklich jeder Argentinier, bis auf wenige Ausnahmen, Engländer hasst.
Malvinas ist eine Insel neben Argentinien und hatte vorher den Argentiniern gehört. England kündigte Argentinien den Krieg an und nahm schließlich die Insel ganz für sich ein. Viele junge Argentinier mussten unfreiwillig einrücken und viele sind dabei gestorben.
In der Schule wurde die argentinische Flagge von den 3 besten Schülerinnen in den Festsaal getragen, dann wurde die argentinische Hymne abgespielt und schließlich ein paar Videos von dem Krieg vorgeführt.
Argentinien, und ich denke auch ganz Südamerika, ist sehr patriotisch und es ist sehr wichtig solche Ereignisse zu feiern. Genauso groß wurde zum Beispiel auch der „Internationale Frauentag“, „Der Tag der Lehrer“, „Der Tag der Schüler“ und jeder andere besondere Tag gefeiert. Im Fernsehen wird dann auch oft ein ganzes Monat nur von diesen Ereignissen berichtet, leider bekommt man dafür keine Nachrichten und Neuigkeiten aus dem Rest der Welt mit.

Hast du in deinem Gastland auch Nationalparks besucht? Was hat dich dort an Österreich erinnert? Oder bist du nun vielleicht neugierig geworden und würdest auch gerne nach Argentinien kommen?

Liebe Grüße,

Caroline

„La fiesta de la manzana“

La Fiesta de la manzana

La Fiesta de la manzana

Im Februar fand in meiner Stadt ein rieeesiges Musikfestival statt. Es hieß „La fiesta de la manzana“, was auf Deutsch „Das Fest des Apfels“ bedeutet. Wenn man den Hintergrund nicht kennt, wirkt es wie ein sehr seltsamer Name für eine der größten Musikveranstaltungen der Nation, aber wie ich schon einmal erwähnt habe, lebe ich in der „Apfelstadt“. Es gibt Unmengen von Apfelchracas und die Äpfel meiner Stadt werden in 44 Länder ausgeliefert.
Zu diesem Fest erscheinen jedes Jahr die aktuellsten nationalen Künstler der Folklore und des Rocks. Meistens gibt es auch noch 1 oder 2 internationale Künstler. Dieses Jahr hätte sogar Shakira kommen sollen, aber dann hat sie nur wenig vorher ihre Tochter bekommen. Das war mal echt schade ):

La fiesta de la manzana

La fiesta de la manzana

Den Karneval oder besser gesagt Fasching feiert man in Argentinien eigentlich wie in Brasilien mit großen Umzügen, bunten Farben und schönen Tänzerinnen. Hier wo ich wohne, wurde er leider nicht gefeiert, weil das Apfelfest immer zu diesem Zeitpunkt stattfindet.

Ein paar Tage später hatte ich meinen 18. Geburtstag. Es war mal was ganz Anderes, im Sommer Geburtstag zu feiern und das hab ich natürlich ausgenutzt und hab ein Fest mit 27 Leuten in meinem Garten veranstaltet. Meine Mama hat eine riesige Schokoladentorte gebacken, von der wirklich alle begeistert waren und von meinen Freunden habe ich meinen eigenen Mate geschenkt bekommen mit den argentinischen Farben 🙂

Mit den 3 liebsten Argentinierinnen der Welt :)

Mit den 3 liebsten Argentinierinnen der Welt 🙂

Danach wurde, typisch argentinisch, die ganze Nacht durchgetanzt und schließlich sind wir todmüde ins Bett gefallen.
Es war ganz anders, als ich ihn in Österreich gefeiert hätte, aber der 18. ist hier nicht wirklich bedeutend, da man eigentlich erst mit 21 als erwachsen gilt.

Genau zu meinem Geburtstag ist auch noch ein Freund aus Klagenfurt zu Besuch gekommen, der zur Zeit mit AFS in Concordia/Argentinien wohnt. Er hat zwei Wochen in meinem Haus gelebt und für ihn war natürlich alles anders, da der Norden so unterschiedlich im Gegensatz zum Süden ist. Es war schön, wieder mal in Ruhe Deutsch zu sprechen und auch über die Heimat.

In Neuquen mit Austauschschülern

In Neuquen mit Austauschschülern

Seit 3 Tagen hat auch wieder die Schule begonnen. Zu meinem „Glück“ musste ich heute Morgen in der Schulaula das erste Mal die argentinische Flagge hissen. Es ist schon etwas peinlich, wenn 300 Schüler sich nur auf dich konzentrieren, aber ich hab’s wenigstens ohne Stolpern hinter mir gebracht 😀
Mein Fachzweig „Naturwissenschaften“ gefällt mir noch immer nicht. Mein Stundenplan besteht größtenteils aus Chemie, Biologie, Physik und Genetik. Ich kann natürlich nicht mitarbeiten, da ich die ganze Fachbegriffe in Spanisch nicht kann, aber da ich eh keine Noten bekomme und meine Klassenkameraden superlieb sind, macht das nichts aus. Pro Tag habe ich 5 Stunden, ich kann mir Nachmittagsunterricht gar nicht mehr vorstellen 😀

Falls ihr noch Fragen zu meinen neuesten Erlebnissen oder Argentinien im Allgemeinen habt, dann schreibt mir einfach einen Kommentar auf diesen Eintrag 🙂 Und natürlich könnt ihr auch den Blog-Newsletter abonnieren oder ganz einfach Fan von AFS Steiermark auf Facebook werden, damit ihr jedes Mal benachrichtigt werdet, wenn wieder ein neuer Artikel erscheint.

Besuch aus Österreich

Die Hälfte meines Argentinienaufenthaltes habe ich nun hinter mir und die Zeit vergeht einfach viiiieeel zu schnell! Seit mehr als 2 Monaten habe ich schon Ferien und es liegt noch ein ganzes Monat vor mir. Es ist richtig ungewohnt für mich, so lange einfach nichts zu tun, weil ich in Österreich immer in den Ferien gearbeitet habe. Und jetzt? Ab und zu schaue ich mir meine Schulbücher aus Österreich an (das Mitlernen bleibt mir leider nicht erspart, da nächstes Jahr mein Maturajahr ist), aber sonst mache ich eigentlich nicht wirklich was Produktives 😀

Vor kurzem fuhr ich zum Strand nach Villa Gesell mit meiner Gastfamilie. Wir hatten ein wunderschönes Hotel, indem es nach so langer Zeit eeendlich ein richtiges Frühstück gab und nicht nur Kekse 😀 Der Strand war wunderschön und dort verbrachten wir auch die Tage. Am Abend gingen wir in die Stadt und danach feierte ich noch mit meinem Bruder in der Disko, bis es hell wurde.

In der Mitte unseres Aufenthaltes kamen dann endlich meine Eltern aus Österreich zu Besuch! In den letzten Wochen musste ich immer wieder an zu Hause denken und deswegen war es einfach nur toll nach so langer Zeit sie wiederzusehen. Mein Bruder  konnte leider nicht mitkommen, da er zur Zeit ziemlichen Schulstress hat. Wir blieben noch ein paar Tage mit meiner Gastfamilie zusammen und verbrachten die ganzen Tage gemeinsam. Es war sehr komisch für mich, denn als ich „Mama“ sagte, bekam ich gleich zwei mal ein „Ja?“ zu hören 😀 Ich dachte, dass das Kommunizieren schwer werden würde, weil meine Eltern kein Spanisch sprechen und meine Gasteltern nur Spanisch, aber sie haben einfach auf Italienisch und Spanisch gesprochen und da diese zwei Sprachen sehr ähnlich sind, haben sich alle gut verstanden.

Nach 3 Tagen bin ich dann alleine mit meinen richtigen Eltern nach Buenos Aires gereist. Wir haben mit einem Touristenbus diese riesige Stadt angeschaut, haben die verschiedenen Märkte besucht und auch eine Tangoshow gesehen. Sie haben mir einige Sachen aus Österreich mitgebracht, unter anderem auch Milkaschokolade, da sie hier in Argentinien knappe 10 Euro kostet! Es war schön, mal wieder ganz in Ruhe auf Deutsch zu reden und zu erfahren, was es so Neues gibt in Österreich.
Das Abschiednehmen war natürlich sehr schwer, aber es ist ja nur noch einmal doppelt so lange 😉

Zurück nach General Roca bin ich dann schließlich 14 Stunden mit dem Bus gereist. Wie auch schon Benjamin in Portugal erwähnt hat, ist es hier genauso üblich einfach überall mit dem Bus hinzufahren. Es ist schön, wieder zu Hause zu sein, auch wenn es langsam wenigstens ein paar Grade kälter sein könnte!
Und was soll ich sagen? Mir bleibt noch immer ein Monat Ferien 😉

Die Gletscher – der Süden Argentiniens

Comodoro Rivadavia

Comodoro Rivadavia

Im Dezember machte ich mit den anderen Austauschschülern eine Reise in den Süden Argentiniens, zu den Gletschern. Ich muss ja ehrlich gestehen, dass ich vor meinem Abflug so gut wie nichts über Argentinien wusste und ich wusste auch nicht, dass es dort Gletscher gibt! Dabei ist das wohl einer der schönsten Orte Argentiniens!

Wir waren 25 Austauschschüler und unser erster Halt ging nach Comodoro Rivadavia, eine kleine Stadt, wo wir eine Busrundfahrt machten und einen Strand besuchten.

Perito Moreno (der größte Gletscher)

Dann ging es weiter nach El Calafate, wo der Nationalpark ist. Wir hatten die Möglichkeit verschiedene Aktivitäten zu machen und so machten wir am ersten Tag Minitrakking über den Perito Moreno (der größte Gletscher). Das war einfach unglaublich! Wir wanderten zwei Stunden über den Berg, konnten das Gletscherwasser probieren und unter uns Schülern kam das erste Mal weihnachtliche Stimmung auf: Es hatte Minus-Grade und wir sahen Schnee sahen 😀

Am zweiten Tag machten wir eine Katamaran-Fahrt. Wir fuhren 6 Stunden lang durch einen riesigen See, sahen die ganzen Eisberge und Eisschollen im Wasser und ein paar Mal krachte sogar ein riesiger Eisberg ins Wasser. Das war unglaublich beeindruckend!

Die Eisbar

Die Eisbar

Am dritten Tag besuchten wir noch ein Eismuseum und gingen in eine Eisbar. Man zahlt nur einen kleinen Preis und man konnte alle Getränke probieren, die man wollte. Sogar die Gläser waren aus Eis! Es gab Musik und wunderschöne Eisskulpturen. Wir durften allerdings nur 25 Minuten drinnen sein, weil der Körper sonst unterkühlt wurde. Das einzige was uns ein bisschen die Laune vermieste war, dass es kein Wasser im Dorf gab, da eine Hauptrohrleitung geplatzt wurde. Aber so etwas ist typisch für Argentinien. Entweder gibt es keinen Strom oder kein Wasser, man lernt damit zu leben.

Teekanne in Gaiman

Gaiman

Als wir unsere Reise fortsetzten, machten wir einen Abstecher zum Ort „Gaiman„. Lady Di hatte diesen Ort vor 18 Jahren besucht und deswegen haben sie dort alles zum Thema „Prinzessin“ gestaltet. Es gibt riesige Teekannen im Garten und zum Essen bekommt man eine riesige Auswahl von selbstgemachten Törtchen und Sandwiches. Ein bisschen fühlt man sich wie Alice im Wunderland, wenn man dort ist. 🙂

Puerto Madryn

Puerto Madryn

Unser letzter Ort war Puerto Madryn. Wir wohnten eine Nacht in einem wunderschönen Hotel gleich neben dem Strand. Es war sogar so warm, dass wir im Meer schwimmen gehen konnten.

Am nächsten Tag mussten wir früh abreisen, deswegen hatten wir leider nicht die Möglichkeit Wale oder Pinguine zu sehen. Insgesamt waren wir 4 Nächte und 2 Tage im Bus unterwegs und dabei reisten wir doch nur durch 2 Provinzen! Es erstaunt mich immer wieder wie groß dieses Land ist. Die Reise war einfach unglaublich, den Süden Argentiniens muss man wirklich besucht haben!

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Die Despedida; oder: Ballsaison in Argentinien

Ich bin jetzt schon knapp drei Monate in Argentinien. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Keine Ahnung, warum ich damals überhaupt nachgedacht habe, nur ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen…

Nachdem ich vor knapp 1 1/2 Monaten Familie wechseln konnte, hat auch für mich das Abenteuer richtig angefangen. Ich habe jetzt drei Gastbrüder im Alter von 14, 24 und 26 und es ist einfach unglaublich toll hier! Seit zwei Wochen ist es auch schon richtig heiß. Obwohl ich im Süden bin, haben wir auch schon die 35 Grad erreicht. Jetzt heißt es noch zwei Wochen Schule durchbeißen und dann können die dreimonatigen Ferien beginnen! Naja, was heißt hier durchbeißen: Außer schlafen, zeichnen, reden und ab und zu mal ne Arbeit über Österreich schreiben, muss ich dann doch nichts machen. 😀

Auf die Ferien freue ich mich wirklich schon sehr, auch wenn sie mir jetzt schon sehr verplant scheinen. Im Dezember beginnt die AFS-Reise in den Süden zu den Gletschern und zu den Pinguinen. Meine Familie hat mir schon erzählt, dass Weihnachten auch ganz toll wird. Die ganze Familie wird kommen (und argentinische Familien bestehen wirklich aus vielen Mitgliedern) und es wird getanzt und es soll ganz anders werden als bei uns. Am meisten freu ich mich, Weihnachten mal im Warmen zu verbringen!

Im Jänner fährt meine Familie mit mir eine Woche zum Strand, wahrscheinlich wird es Mar de Plata oder Las Grutas werden, und dann im Februar kommen mich meine Eltern aus Österreich besuchen! Wahrscheinlich treffen wir uns in Buenos Aires, da die Stadt doch etwas interessanter ist als meine Kleinstadt hier. Freu‘ mich schon riesig, sie dann nach sechs Monaten wieder mal zu sehen! Die restlichen Ferien werde ich wahrscheinlich mit Freunden am Rio Negro verbringen. Gott sei Dank gibt es einen Fluss in der Stadt, sonst geht man ja ein bei 40 Grad!

„Sie denken, alles ist gleich wie in Argentinien“

Argentinier reisen nicht viel ins Ausland. Auf der einen Seite ist es verständlich, da man vom Süden bis in den Norden des Landes ganze 50 (!) Stunden braucht. Da hat es mich gar nicht verwundert, dass meine Provinz hier doppelt so groß ist wie Österreich, jedoch 16 mal weniger Einwohner hat, eigentlich unvorstellbar… Jedoch gibt es eine Sachen, die mir an den Menschen hier nicht so gefällt: Sie denken, dass auf der ganzen Welt alles gleich ist wie in Argentinien. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie erstaunt sie waren, als ich erzählt habe, dass es in Österreich keine Dulce de Leche und auch keinen Matetee gibt! Genau aus dem gleichen Grund machen mir meine Lehrer hier das Leben auch nicht so leicht. Viele verstehen nicht, warum man in ein anderes Land geht, wenn man die Sprache nicht perfekt beherrscht und schauen deswegen auf einen herab. Doch meine Klassenkameraden helfen mir dann immer und sagen, dass ich das alles nicht ernst nehmen soll.

Am Wochenende fand die Despedida meiner Schule statt. So wie es bei uns im Herbst die Bälle von jeder Schule gibt, gibt es hier ein großes Fest und jeder muss sich verkleiden. Das war riiiiichtig lustig und wir hatten wirklich viel Spaß. Langsam gewöhne ich mich schon daran, dass man hier bis 8 in der Früh fortgeht 😀

Mate, Rindfleisch, Rio Negro

Jetzt weiß ich was der Satz „Man könnte lachen und weinen gleichzeitig“ bedeutet . Als ich mich von meinen Eltern verabschiedete und im Flugzeug saß, wusste ich wirklich nicht genau, was ich fühlen sollte, aber die Aufregung war dann doch am größten!
Als wir sechs Österreicher in Frankfurt am Flughafen ankamen, kamen wir uns etwas klein vor neben den 60 Deutschen und 65 Italiener!
Im Camp in Buenos Aires angekommen, trafen wir auch auf die anderen Nationen. Insgesamt waren wir 240 Austauschschüler auf 3 Camps aufgeteilt. Gleich am ersten Tag musste ich feststellen, dass niemand, der in Argentinien war übertrieben hatte: Das Fleisch hier muss wirklich das beste auf der Welt sein!

Am dritten Tag flogen wir dann nach Neuquén, welches circa eine Stunde von General Roca entfernt ist. Als wir dort ankamen, wurden wir schon von unseren Gastfamilien mit Plakaten und der ganzen Verwandtschaft erwartet. Es war so ein herzlicher Empfang, dass einigen von uns sogar Tränen in die Augen stiegen! 🙂

Meine Familie hier ist wirklich nett, besonders mein Gastvater kümmert sich sehr um mich, denn ich habe einige Probleme mit meiner Gastschwester. Wir verstehen uns nicht besonders gut, und da ich am Anfang in der selben Klasse wie sie war und wir uns auch ein Zimmer teilen müssen, waren wir 24 Stunden am Tag zusammen. Aber jetzt, da ich Klasse gewechselt habe, ist es etwas besser geworden. Ich hoffe trotzdem, das wir uns bald noch besser verstehen, denn es ist sehr anstrengend im Moment. 🙁

Ich habe Argentinien gewählt, weil ich eine komplett andere Kultur kennenlernen wollte und ich muss sagen, es ist hier wirklich ALLES anders als in Österreich! Ich musste mich daran gewöhnen, dass das Frühstück aus einem Stück Brot mit Butter besteht und dafür um 11 in der Nacht die Hauptmahlzeit gegessen wird, vor allem ich, die nie nach 6 Uhr zu Abend isst 😀
Das Schulsystem ist hier auch ganz lustig: Es gibt Noten von 1 bis 10 und wenn man unter 17 ist, kann man auch nachmittags zur Schule gehen, wenn man will. Spanisch konnte ich ja davor überhaupt nicht, aber da meine Familie kein Englisch spricht und ich in einer öffentlichen Schule bin, das heißt, dass die Schüler auch nicht wirklich Englisch sprechen können, bin ich gezwungen die Sprache schnell zu erlernen. Ich muss sagen, nach drei Wochen kann ich schon recht gut mit meinen Klassenkollegen kommunizieren. Ich bin echt erstaunt, wie schnell das eigentlich geht!
Von den Ausgehzeiten hier war ich auch sehr überrascht, da man um zwei oder drei in der Früh in die Stadt geht und um sechs Uhr nach Hause kommt. Manchmal bleibt man auch bis 10 Uhr am Morgen! Als meine Mutter in Österreich das gehört hat, war sie natürlich nicht begeistert, aber das ist nun mal hier so 😀 Und das letzte war noch das Wetter: Ich bin nicht im Norden, wo es sehr heiß ist, aber selbst hier hat es im Spätwinter schon 25 Grad!

General RocaFür Argentinier sind denke ich drei Dinge wichtig: Mate, Rindfleisch und Rio Negro. Mate ist ein Tee, den man aus einem Metall-Strohhalm-Löffel trinkt und aus einer Menge bitteren Kräutern besteht. Die Leute hier meinen, sie könnten sich ein Leben ohne dieses Getränk nicht vorstellen. Wenn ich mit meinen Klassenkollegen etwas unternehmen, setzen wir uns in einen Park und trinken Tee (ja ich musste sehr lachen, als ich das zum ersten Mal gehört habe!). Rindfleisch wird hier jeden Tag gegessen, egal ob als ganzes Stück auf Pasta oder sonst wo. Es wird einfach überall Fleisch hinaufgelegt. Aber da es so gut ist, ist das natürlich kein Problem! Rio Negro ist der Fluss hier, der unter anderem durch meine Stadt führt. Die Leute hier gehen im Sommer alle dorthin schwimmen und er ist besonders wichtig für die Einwohner, da es hier eine Art Wüstenlandschaft ist und dementsprechend trocken. Außerdem lieben die Menschen hier Äpfel! Es gibt riesige Apfelplantagen und mitten in der Stadt steht eine Statue, die „La Manzana“ (der Apfel) genannt wird. Im September gibt es sogar 3 Tage lang ein Fest, das sich rund um den Apfel dreht!

"La manzana"Heimweh hatte ich bisher noch gar nicht, ich bin wirklich froh, dass ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen habe und genieße jeden Moment! Und falls manchmal doch ein Zweifel aufkommt, lass ich mich einfach von Freunden ablenken, denn Argentinier haben nicht umsonst den Ruf, dass sie immer freundlich und froh sind! 🙂

Ein Monat noch!

In einem Monat sitze ich schon im Flieger! Dieser Gedanke ging mir heute Morgen gleich nach dem Aufwachen durch den Kopf. Es geht plötzlich alles so schnell… Letzte Woche dachte ich noch: ‘ach, du hast noch genug Zeit’ und heute bin ich total nervös.

Ich habe mir meine Stadt General Roca in der Provinz Rio Negro nochmal in Ruhe angeschaut. Die Sorgen, ob ich meine Gastfamilie noch rechtzeitig bekommen würde, verschwanden als ich vor einem Monat die AFS-Post öffnete. Ich habe sogar eine Gastschwester, die nur ein Jahr jünger ist als ich und in die gleiche Schule geht, also wird der erste Schultag hoffentlich nicht ganz so schlimm werden wie erwartet!

Spanisch spreche ich fast gar nicht. Ich hatte bis jetzt Englisch, Italienisch und Französisch in der Schule, aber hey, warum nicht eine neue Sprache lernen? Meine erste Länderwahl war eigentlich Costa Rica, Argentinien konnte ich mir zu dieser Zeit auf gar keinen Fall vorstellen. Da ich aber eine Absage erhielt, überdachte ich den Gedanken nochmal und hab mich dann doch etwas in das Land verliebt. Jetzt bin ich schon sehr auf die Wirklichkeit gespannt!