Bariloche – Das österreichische Argentinien und der Malvinaskrieg

Berühmt für das selbstgebraute Bier.

In der Osterwoche fuhr meine Gastfamilie mit mir nach El Bolsón um Urlaub zu machen. Die Reise dauerte 8 Stunden, da es wieder einmal einige Verkehrsunfälle und Umleitungen gegeben hatte. (Wusstet ihr, dass die argentinische Führerscheinprüfung aus 20 Fragen besteht? Aber dementsprechend schrecklich ist die Fahrweise!) Schon bei der Hinreise verwandelte die sich mir bekannte Wüstenlandschaft meiner Stadt in grüne Hügel, große Seen und schneebedeckte Berge.
Als wir endlich in El Bolsón ankamen, war es schon dunkel. El Bolsón kann man mit einer Hippiestadt vergleichen. Wirklich jeder Einwohner trägt Dreads und Hippiegewand!

Sieht aus wie Österreich, oder? ;)

Sieht aus wie Österreich, oder? 😉

Wir wohnten in einer kleinen Hütte außerhalb der Stadt. Fast jeden Tag gingen wir wandern oder stiegen auf einen Berg hinauf. Für meine Gastfamilie war das natürlich ein unglaubliches Erlebnis einmal im Wald zu wandern. Es war natürlich ein wunderschöner Urlaub, aber wenn man schon 18 Jahre in so einem Land gewohnt hat, ist es auch nichts Besonderes mehr, vor allem wenn man nie ein begeisterter Wanderer war. 😀
Am Ostersonntag sind wir schließlich nach Bariloche gefahren. Zu Ostern wird dort immer „Das Fest der Schokolade“ gefeiert. Es wird ein riesiges Schokoladenei hergestellt und schließlich wird es zerbrochen und jeder der sich gerne 2 Stunden anstellt, bekommt ein Stück handgemachte Schokolade. 🙂 Sonst wird Ostern leider nicht wirklich gefeiert. Man kann zwar Schokoeier in den Geschäften einkaufen (Schokohasen habe ich keine gesehen), aber man bekommt weder etwas geschenkt, noch findet ein besonderes Essen statt.
Dann sind wir auch schon wieder heimgefahren und schließlich in den Morgenstunden angekommen.

Am nächsten Tag in der Schule wurde der Gedenktag an den Malvinaskrieg gefeiert, der genau vor 31 Jahren stattfand. Dazu muss man sagen, dass wirklich jeder Argentinier, bis auf wenige Ausnahmen, Engländer hasst.
Malvinas ist eine Insel neben Argentinien und hatte vorher den Argentiniern gehört. England kündigte Argentinien den Krieg an und nahm schließlich die Insel ganz für sich ein. Viele junge Argentinier mussten unfreiwillig einrücken und viele sind dabei gestorben.
In der Schule wurde die argentinische Flagge von den 3 besten Schülerinnen in den Festsaal getragen, dann wurde die argentinische Hymne abgespielt und schließlich ein paar Videos von dem Krieg vorgeführt.
Argentinien, und ich denke auch ganz Südamerika, ist sehr patriotisch und es ist sehr wichtig solche Ereignisse zu feiern. Genauso groß wurde zum Beispiel auch der „Internationale Frauentag“, „Der Tag der Lehrer“, „Der Tag der Schüler“ und jeder andere besondere Tag gefeiert. Im Fernsehen wird dann auch oft ein ganzes Monat nur von diesen Ereignissen berichtet, leider bekommt man dafür keine Nachrichten und Neuigkeiten aus dem Rest der Welt mit.

Hast du in deinem Gastland auch Nationalparks besucht? Was hat dich dort an Österreich erinnert? Oder bist du nun vielleicht neugierig geworden und würdest auch gerne nach Argentinien kommen?

Liebe Grüße,

Caroline

…wie der Deckel auf den Topf!!

Nachträglich zu den Osterfeiertagen daheim möcht ich euch ein bisschen was über die russischen Feiertage erzaehlen – denn die gibt’s in Hülle und Fülle! Sie gehören zur russischen Kultur wie der Deckel auf den Topf. Die Russen nutzen einfach jede Gelegenheit, die sich bietet, zum Feiern und gegenseitigen Beschenken.

Herzen ueber Herzen am 14.02.


Herzen ueber Herzen am 14.02.

Der Valentinstag am 14.02. ist ja auch in Österreich bekannt, doch wird ihm dort eigentlich nur von Liebespärchen Beachtung geschenkt. Nachdem der Tag seinen Ursprung in Amerika hat und die Amerikaner nicht gerade die besten Freunde der Russen sind, hab ich mir den Tag wie jeden anderen vorgestellt – ganz normal. Tja, da hab ich mich ziemlich getäuscht! (; Kaum das Schulgebäude betreten, wurde ich schon mit Karten, Schokolade und anderen Geschenken überhäuft. Den Leuten war es ziemlich egal, ob ich sie kannte oder nicht, Hauptsache sie konnten mir eine Freude bereiten. Am Valentinstag wird in Russland jeder beschenkt, den man nur ein bisschen gern hat – Freunde, Verwandte, vielleicht sogar der ein oder andere Lehrer bzw. Lehrerin. Besonders süß fand ich an diesem Tag meine Russischstunde in der Volksschule. In den Pausen spielte die Lehrerin mit den Kindern Spiele und wer nicht gerade mit Spielen beschäftigt war, verteilte heimlich Karten und andere kleine Liebesbeweise. ((:

Mein erster richtiger Feiertag hier war der 23.02. – der Tag des Verteidigers des Vaterlandes. An diesem Tag blieben die Schulen geschlossen, es arbeitete niemand (ja, das ist hier eine Seltenheit, denn Geschäfte haben sieben Tage die Woche, teilweise rund um die Uhr geöffnet!). Dieser Feiertag wurde von Lenin als Tag der Roten Armee eingeführt, wird aber heute zu Ehren der Männer gefeiert, die während der ganzen Kriege stets ihrem Heimatland treu blieben und es verteidigten. Daher wurden natürlich alle kleinen und großen Maenner von uns Frauen beschenkt.

..ein Teil meiner Geschenke zum Frauentag (;


..ein Teil meiner Geschenke zum Frauentag (;

Zwei Wochen später, am 08.03. – dem Internationalen Frauentag, revanchierten sich die Männer und beschenkten uns. Zwar wusste ich schon vorher, dass dieser Tag den Frauen gewidmet ist, doch in Österreich feiert ihn fast niemand. Vermutlich kennt der Großteil ihn gar nicht. Eine besondere Überraschung erlebte ich einen Tag zuvor, denn am 08.03. hatten wir schulfrei. Meine Mitschüler organisierten für uns Mädchen eine „Tee-Stunde“, mit Torte, Früchten und anderen Leckereien. Darüber hab ich mich wirklich gefreut, weil es einfach ein Zeichen von Freundschaft und gegenseitiger Achtung war. Außerdem schenkten mir meine Gasteltern eigene, ukrainische Hausschuhe, meine AFS-Freiwillige gab mir meine erste Matrjoshka und sonst wurde an Süßigkeiten, Karten und anderen Kleinigkeiten nicht gespart.

Der bisherige Höhepunkt in puncto Feiertag war definitiv die „Masleniza“. Sie wird eine Woche lang am Ende des Winters gefeiert, für mich ein bisschen der Fasching-Ersatz. Die ganze Woche werden Blini (= Palatschinken) gebacken und gegessen, denn nach dieser Woche beginnt die Fastenzeit. So richtig gefeiert wird eigentlich nur der Sonntag, da finden in jeder noch so kleinen Stadt irgendwelche Feste statt. Es werden Spiele gespielt, Tänze und sogar Paraden aufegeführt, natuerlich Blini gegessen und am Ende wird die „Masleniza-Puppe“  verbrannt und somit der Winter feierlich verabschiedet. Ich habe diesen Tag in Moskau am Gelände des Izmailovsky Kreml verbracht, wo ein riesiges Fest stattfand, habe den Tag also „richtig“ erlebt. (;

Einige von euch vermissen jetzt wahrscheinlich einen Bericht über Ostern. Meine lieben Freunde, Ostern wird hier heuer erst am 5. Mai gefeiert! In Russland sind die meisten Leute orthodox, daher gibt’s für mich in diesem Jahr erstmals orthodoxe Ostern. Zwar war ich letztes Wochenende gedanklich zu Hause, denn unser Kärntner Osterfest ist sehr besonders, aber ich freue mich wahnsinnig darauf, Ostern einmal anders zu erleben!!

Was denkt ihr über die vielen Feiertage, kanntet ihr die schon? Sollten wir in Österreich den Internationalen Frauentag nicht auch mehr feiern und im Gegenzug einen Männertag einführen? Ist doch ein schöner Brauch, sich gegenseitig zu beschenken, oder?

Ich sende euch endlich frühlingshafte Gruesse,

eure Anja